Kiki schreibt, ohneumweg-zuHause
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Alle Jahre wieder

Wir wünschen euch ein fröhliches und gesegnetes Weihnachtsfest genau da, wo und wie ihr feiert. Schon zu Beginn der Adventszeit bauen wir unsere komplette Krippe auf. Anders als bei anderen Krippen stehen hier nicht nur Ochse, Schafe, Hirten und  Engel, um das Jesuskind zu besuchen . Bei uns dürfen alle an die Krippe kommen: meine Familie – auf dem Foto, der Hund, die Schildkröte, der Schneemann – geformt von einem ehemaligen Schüler von mir der bedauerlicherweise schon ums Leben gekommen ist. Alle sind willkommen!

Heilig Abend werden wir nach der Christvesper bei Eltern verbringen, die anschließenden Tage sind Entspannung und Touren durch das weihnachtliche Bonn angesagt. Ich liebe es, wenn wir in der Dämmerung durch die Straßen gehen und man durch die Fenster in die geschmückten Wohnzimmer blicken kann.

Da kommen mir Erinnerungen an meine Kindheit in den Kopf: Wir haben Weihnachten immer nach einem ganz festen Ablauf gefeiert. Der gesamte Heilige Abend war von morgens bis abends durchorganisiert. Anders wäre er wahrscheinlich auch nicht zu schaffen gewesen: Wohnzimmer saugen, Baum rein und aufstellen. Nach diesem Punkt durften wir das Wohnzimmer nicht mehr betreten, der geschmückte Baum sollte eine Überraschung werden. Das bedeutete Wiederum, dass wir früh aufstehen mussten, ausgerechnet am meist ersten Tag der Weihnachtsferien. Keine gute Kombination. Mittags gab es nur eine Kleinigkeit. Oft eine EPA (Einmannpackung), die Papa an seinem Standort günstig erwerben konnte. Sie konnte schnell erwärmt werden, machte satt und ließ die Vorfreude auf das Essen am Abend ins Unermessliche steigen. Nach dem Essen war vor dem Essen und dieses musste vorbereitet werden. Traditionell gab es Kartoffelsalat mit Würstchen. Das gute Weihnachtsessen wurde an den beiden Feiertagen serviert. Um dieses mussten wir uns nicht kümmern, das war immer Papas Aufgabe. Die Zubereitung des Kartoffelsalats durften oder vielmehr mussten wir unterstützen: Pellen und Schneiden der Kartoffeln, Würfeln der Äpfel und Gurken. Immer für sechs Personen. Eine Arbeit, die schon dafür geeignet war, die Weihnachtsfreude ein bisschen zu trüben. Anschließend wurde der Baum von den Eltern geschmückt und wir Kinder hatten Zeit, um uns über das Abendprogramm vor der Bescherung zu kümmern. Dieses ging weit über das Singen und Spielen von Weihnachtsliedern hinaus. Je älter wir wurden, desto kreativer wurden wir auch. Einer unser Onkel war immer gut für Witze, die sich gut in Rollenspielen darstellen ließen. So, kam der eine oder andere Witz auf die Bühne und machte das Vor-Geschenke-Programm zu einem Selbstläufer. Das gegenseitige Beschenken verlief ebenfalls nach einem bestimmten Plan. Zuerst bekamen die Eltern die Geschenke von den Kindern. Dann beschenkten sie sich gegenseitig. Erst dann waren wir an der Reihe (diese Abfolge haben wir selbst mitbestimmt und waren damit zufrieden – anders als bei der EPA). Da ich die Älteste der Geschwister bin, bekam ich immer meine Geschenke zuletzt, ganz getreu nach dem Motto „Vorfreude ist die schönste Freude“.

© KS2017

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