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Auf nach…

… ja wohin eigentlich? So ganz einfach scheint die Entscheidung in diesem Sommer nicht zu fallen. Oder besser ausgedrückt, bisher getroffene Entscheidungen werden gerne wieder zurückgenommen, dann wieder vorgeholt und noch einmal von vorn. Schuld daran ist das Wetter oder vielleicht auch die verschiedenen Apps, die uns das Wetter präsentieren. Aus Österreich wird also nichts. Dort schneit es in den Regionen, die wir ausgesucht hatten. Das ist selbst für uns zu viel, die wir auch schon mal im Winter campen. Die Bretagne steht ganz hoch im Kurs. Aber dann wird es doch Schweden.

Samstag, 15. Juli

Mit voll bepacktem Cookie starten wir gegen elf Uhr den Motor. Was man alles so meint zu brauchen. Keine Spur von weniger ist mehr oder davon, dass wir uns im Campingurlaub auf das Wesentliche beschränken wollen. Voll bepackt ist wirklich voll bepackt. Die erste Station soll Fehmarn sein und wird es auch. Ein Baustellenstau auf der A7 zwischen Walsrode und Soltau macht uns ein bisschen zu schaffen. Eine Umfahrung nehmen wir hier zu spät in Angriff. Sie bringt nicht viel. Dafür klappt dies auf der A1 vor Hamburg umso besser. Hier sparen wir wirklich Zeit. Gedanklich sind wir schon in Schweden und vertreiben uns die Zeit in Fjällbacka mit Erica, Patrick und der Schneelöwin. Gegen halb acht kamen wir in Burg auf Fehmarn auf dem Parkplatz Ost mit integriertem Wohnmobilstellplatz an. Für 10 Euro kann man hier einen ganzen Tag und eine ganze Nacht stehen. Ein Plätzchen ist für uns freigehalten worden und so können wir bei leichtem Nieselregen aus dem Auto treten. Mit Spaghetti und einem Feta-Tomaten-Sud dazu werden wir erwartet. Sehr schön :-)

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Sonntag, 16. Juli

Zweiter Reisetag. Gemeinsam machen wir uns auf den Weg nach Puttgarden, um die Fähre nach Dänemark zu befahren. Für schlappe 137 € kann man ein Kombi-Ticket Fähre und Öresundbrücke buchen. Hunde sind kostenfrei und bleiben aus Sicherheitsgründen auch im Auto. Spannend wird es beim Befahren der Fähre. Wir werden – ganz im Gegensatz zu Jötte – in die PKW-Spur eingewunken. Als es unter einer Traverse hindurch geht trauen wir unseren Augen nicht: Maximale Höhe 3,15 Meter. Augen zu und durch. Kein Problem. Mit einem Mobil in derselben Höhe ist das doch spannend. Der zweite Schock: Das Fährdeck lässt ebenfalls nur eine maximale Höhe von 3,15 Meter zu. Auch dieses muss einige Zentimenter höher sein, denn wir können unseren Urlaub ohne Probleme fortsetzen.

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Ein bisschen traurig hat mich gemacht, dass viele andere „Mitfährer“ wahrscheinlich nicht so gut lesen können. Im Internet und auf dem Parkplatz vor dem Verschiffen war deutlich zu lesen, dass Hunde nicht an Deck dürfen. Wie viele Hunde jetzt genau oben sind, kann ich nicht mehr genau sagen. Aber die Zahl der Analphabeten, die ihrem Hund dann auch noch nicht einmal einen Gefallen tun, scheint zuzunehmen. Einer der Vierbeiner liegt eine ganze Zeit bellend auf einem der Decks, ein anderer wird von seinem Herrchen über sämtliche Decks geschleift, geht dabei total breitbeinig und die Angst ist ihm ins Gesicht geschrieben.

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Durch Dänemark geht es weiter Richtung Kopenhagen und dann über die Öresundbrücke nach Schweden. Die Brücke stelle ich mir bombastischer vor. Es liegen auch keinerlei Leichen herum und von Sorga Noren keine Spur.  Dafür fahren Erica und Patrick wieder mit und bewegen unsere Gedanken. In Skateholm – zwischen Trelleborg und Ystad (wir hoffen darauf, Kommissar Wallander und Yussi zu treffen) – finden wir einen ganz netten Campingplatz, wo wir für 260 Kronen die Nacht bleiben. Duschen kostet 5 Kronen für 5 Minuten, wobei die Zeit ab Einwurf zählt. Danach kommt kaltes Wasser. Der Platz „Bingsmarken Camping“ liegt direkt hinter den Dünen und Hunde dürfen – an der Leine (in Schweden herrscht Leinenpflicht) – ans Wasser. Zumindest steht nirgendwo ein sichtbares Schild. Der kleine Pauli hat noch nie so viel Spaß mit Wasser. Es wäre übertrieben zu sagen, dass er Spaß im Wasser hat. So weit sind wir noch nicht.

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Montag, 18. Juli

Für den Montag stehen verschiedene Versionen zur Auswahl: Weiter fahren oder eine Runde joggen. Wir entschieden uns für eine Nacht länger bleiben und eine Wanderung in den nächsten Ort: Abbekås. Hin und zurück sind das gut und gerne 15 Kilometer, die wir teilweise am Strand und anderenteils auf Asphalt und Wiesenwegen zurücklegen. Der Weg ist gesäumt von unterschiedlichen Eindrücken. Diese reichen von Romantik über Riesenbärenklau bis hin zu widerlich stinkendem Brackwasser.

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Wanderung vom Bingsmarkens Camping nach Abbekas und zurück

In Abbekås kehren wir in ein kleines Café direkt am Hafen ein und lassen es uns dort gut gehen – bei Bier und Tee. Eigentlich wollen wir den Rückweg mit Bus oder Taxi bestreiten, dies ist nach der kleinen Pause aber nicht mehr notwendig. Voller Tatendrang treten wir ihn an und kommen ganz kurz vor einem geplanten Regenguss wieder auf dem Campingplatz an. Diese kleine Erfrischung lässt allerdings noch einige Zeit auf sich warten. Erst nach dem Abendessen kommen zarte Tropfen auf dem Boden an. Für Rainer gibt es zum Abendessen einen Clown – alle anderen essen Hühnchen – er bespaßt uns mit seinem deutsch-englisch-schwedischen Wortwitz. Gewohnt sind wir dies schon von den Frankreichurlauben, dann allerdings in anderer Sprachgebung.

Dienstag, 19. Juli

Das nächste Ziel: wir wissen es nicht. Erstmal nach Osten und dann nach Norden. In Ystad machten wir die erste kleine Pause und füllen unsere Kühlschränke wieder auf. Ich bin mir ganz sicher, dass ich Kurt Wallander in der Molkereiabteilung gesehen habe. Die anderen haben mir nicht geglaubt. Selbst Schuld. Ansonsten bietet die Stadt keine nennenswerten Besonderheiten und wir passieren sie lediglich. Einen kurzen Abstecher machen wir in Kåseberga. Ein kleines Dörfchen, das nur den Zweck zu haben scheint, sich touristisch zu präsentieren und in keinem Fall etwas mit Käse zu tun hat, dafür aber sehr schön daher kommt. Direkt angeschlossen ist ein günstiger Stellplatz für Wohnmobile. Wir entscheiden uns aber ein kleines Stück weiter zu fahren. Es ist noch so früh am Tag.

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Das kleine Stück entpuppt sich allerdings als eine ausgewachsene Strecke von insgesamt dann 170 Kilometern (Kåseberga waren gerade mal 40 Kilometer). Die Plätze unterwegs bieten keine Möglichkeit zu bleiben. Entweder sind sie besetzt oder mitten in einer Art „Pützchens Markt“. Ein krasses Spiel bietet sich uns dadurch auf der Höhe von Kivik. Einige Kilometer Stau nur deswegen, weil Menschen das genannte Spektakel besuchen wollen. Zum Glück stehen die Autos gegen unsere Fahrtrichtung, so dass wir zumindest fahren können. Ein Acker nach dem anderen entpuppt sich als Parkplatz. Rechts und links der Straße schieben sich Menschenmassen in Richtung des Marktes.

Eine nächste Möglichkeit der Übernachtung biet sich uns erst in Bromölla, einige Kilometer östlich von Kritianstad am Ivösjön, einem See. Als es dunkel wird, bedient dieser auch direkt jedes Vorurteil, das man gegen Schweden haben kann. Urplötzlich kamen die Stechmücken wie aus dem Nichts auf unsere Parzelle geflogen und suchten  sich ihre Opfer.

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Pauli geht hier im Urlaub übrigens durch die hohe Schule der Entspannung und des Vertrauens. Ich gebe mein Bestes dazu und bin ebenfalls völlig entspannt und vermittle meinem Hund dadurch Sicherheit. Klappt ganz gut.

Betroffen, traurig und wütend zugleich macht uns das Attentat des 17-Jährigen mit Axt und Messer im Raum Würzburg. Wozu Menschen fähig sind …

Mittwoch, 20. Juli

Der Morgen beginnt mit fröhlichem und prallem Sonnenschein. Sie knallt auf unser Auto, dass an schlafen nicht mehr zu denken ist. Allerdings bewegen sich die Temperaturen hier immer so um die 20 Grad. In der Sonne dann entsprechend mehr. Kein Vergleich zu der Hitzewelle, durch die unsere Heimat gerade wieder heimgesucht wird und dann sogar das Trailen wegen Hitzefrei ausfallen muss. In Bromölla fährt man Fahrrad. Zumindest ist dies auf sämtlichen Prospekten zu sehen, die wir an der Rezeption des Campingplatzes bekommen haben. Gegen Mittag machen wir uns auf und fahren auf dem Smugglerrundan nach Sölvesborg. Unterwegs passieren wir ein Haus, das der Villa Kunterbunt erstaunlich ähnelt. Im Garten ein weißer Hund und im Hauseingang eine Katze. Dieses Arrangement lässt in mir den Gedanken reifen, dass ich mich mit meinen Haaren (auch) Pipi Langstrumpf angleiche. Mangels passendem Drogeriemarkt muss die Aktion allerdings verschoben werden.

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Fahrradtour mit Jötte, Kiki, Rainer und om Camping nach Sölvesborg

Abends gibt es noch eine kleine Session für die Romantik. Ich gehe davon dass wir nicht mehr so viele Sonnenuntergänge über Wasser sehen werden, weil wir jetzt an die Ostküste fahren. Daher setze ich mich einige Minuten an den See und warte…

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Donnerstag, 21. Juli

Heute kommt es zu einem Highlight des Urlaubs und zu einer Premiere generell. Rainer hat Nacken. Ganz schön massiv. Trotz der Einnahme von Schmerzmitteln sitzt er auf seinem Campingstuhl wie Klitschko – mit Handtuch um den Hals. Um ehrlich zu sein, ich habe es mir schlimmer vorgestellt und frage mich nun ernsthaft, warum ich mich nicht früher darum gekümmert habe, mit dem Auto zu fahren. Sehr gewöhnungsbedürftig ist allerdings die Bremse. Meiner Meinung nach könnte die sehr viel früher greifen.

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Auf einem kleinen Rastplatz, auf dem wir zum Strecken der allgemeinen Oberkörper halten, zischt unser Hinterreifen auf der Beifahrerseite. An Strecken ist nun nicht mehr zu denken. Und jetzt kommen alle regelmäßigen Blogleser auf ihre Kosten. Wahrscheinlich habt ihr euch schon gefragt, welche Panne die Schirmis in diesem Sommer haben. Noch einmal kurz zur Erinnerung: 2013 in Österreich: Ladegerät durchgebrannt, 2014 in der Bretagne: Auspuff angerissen, 2015 auf dem Weg ins Elsass: Auspuff komplett gerissen . In diesem Jahr ist einer der Hinterreifen an der Reihe. Dank Jörg und Rainer ist er ratzfatz getauscht. Es ist doch gut, dass wir unser Servicemobil wieder dabeihaben. Jetzt fahren wir auf der hinteren Achse mit zwei unterschiedlichen Reifen. Von dem Ersatzrad wissen wir nicht, wie alt es ist. Rein optisch macht es für mich keine gute Figur. Aber der Schein trügt.

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Auch mit schlechter Optik fahren wir sicher in den nächsten Ort (Kalmar) und von dort auch zu einer Werkstatt, die sich auf Reifen versteht. Auf dem Campingplatz Stensö Camping finden wir zwei nette Plätze unter Nadelbäumen. Hier ist freies Stehen möglich, wenn man keinen Strom möchte. Den brauchen wir zurzeit nicht. Mit freiem Stehen ist nicht der Euro gemeint, sondern die Anordnung der Mobile. In bestimmten Bereichen ist man völlig frei, sich zu stellen. Allerdings muss man auf Steine und Bäume Rücksicht nehmen. Freiheit liegt also im Auge des Betrachters. Der Platz liegt sehr schon mitten auf einer kleinen Halbinsel mit gleichem Namen.

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Nach dem Einchecken und Ankommen machen Rainer und ich einen kleinen Spaziergang mit dem Hundejungen. Wieder versucht Pauli sich darin, mit Wasser Kontakt aufzunehmen. Kleine Wellen stoßen an Steine und lassen Algen und andere Wasserpflanzen in Bewegung geraten. Dieses verwirrt unseren Hund und er schreckt zurück. Todesmutig besteigt einige dieser Steine, springt nach kurzer Zeit aber wieder an Land zurück. Es geht doch nichts über einen sicheren Stand unter den Füßen.

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Freitag, 22. Juli

Vor Kalmar liegt die Insel Öland. Diese steht heute auf dem Programm. Die Fahrt dahin ist nicht weit und wir finden hier den bisher schönsten Platz des Urlaubs. Direkt am Wasser stehen wir für 100 SEK in einem kleinen Hafen, wo außer einer Fischbude nichts los ist. Bläsinge Hamn nennt sich das Örtchen. Die Sonne brennt heute regelrecht vom Himmel, dazu weht ein frischer Wind. Herrlich.

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Nach einer kleinen Fahrradtour zu einem Landhandel mit angeschlossenem Café erreicht uns in unserer Idylle die Nachricht, dass es in München zu einer Schießerei in einem Einkaufszentrum gekommen ist. Tote, Verletzte, Täter auf der Flucht. Und nebenbei verfolgen wir den Wahnsinn in der Türkei und sehen immer wieder Menschen, die ernsthaft glauben, dass sie mit ihrem Smartphone Monster fangen können :-(

Samstag, 23. Juli

Heute geht es wieder von der Insel runter und weiter etwa 120 Kilometer nach Norden. Unser Ziel ist der Hafenparkplatz in Figeholm, auf dem auch Wohnmobile für eine geringe Gebühr stehen dürfen. Gegen den Willen des Hafenmeisters teilen wir uns einen Platz. Es geht nicht anders…

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Hier beginnen für uns die Schärengärten. Wunderschön! Kurz nach der Ankunft machen wir eine kleine Wanderung teils entlang der Küste, teils über Stock und Stein. Wobei Steine hier tatsächlich den Hauptteil ausmachen. Genauso hatte ich mir das vorgestellt, aber nicht daran geglaubt. Zu Beginn ging die Tour ziemlich unspektakulär durch Wohngebiete. Und plötzlich waren wir froh, unsere neuen Wanderschuhe, die wir ja extra für die Bretagne gekauft und den Verkäufer damit neidisch gemacht hatten, an den Füßen zu haben. Am Zielort ist quasi nichts – abgesehen von ein paar Häusern. Keine Möglichkeit, Geld auszugeben. Auch keine Möglichkeit, mit dem Boot wieder zurück zu fahren. So richtig schlimm ist das auch nicht, denn kurz vor Antritt der kleinen Tour – 10 Kilometer – haben wir noch eine Zimtschnecke und ein Eis zu uns genommen :-)  Verhungern würden wir so schnell nicht.

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Wanderung von Figeholm Gästhamn nach Segelvägen

Wie man auf dem folgenden Bild sehen kann, steigt da jemand mit orangefarbenen Badeanzug aus dem Wasser. Dies ist das einzige Mal, das ich in der Ostsee baden war. Und auch nur ganz kurz. Das Wasser war schon sehr kalt und lud in keinster Weise dazu ein, sich lange darin aufzuhalten.

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In Figeholm erleben wir übrigens unser erstes typisch schwedisches Mückenerlebnis. Den gemeinsamen Abend im Freien beenden wir sehr schnell und plötzlich, als wir von einem Mückenschwarm angegriffen wurden. Zumindest wirkte das so.

Sonntag, 24. Juli

Es geht heute noch einige Kilometer weiter in den Norden. Danach ist dann aber auch Schluss. Obwohl wir erst in der Mitte unseres Urlaubs angekommen sind, müssen wir schon an den Rückweg denken, den wir möglichst auch bequem und in Etappen zurücklegen wollen. Es geht heute nach Gamleby, nachdem wir zwei weitere Möglichkeiten zuvor verworfen haben. In Blankaholm erschien der Hund etwas vergraben. Bildlich gesprochen. In Wirklichkeit lag Pauli in seiner Box und schlummerte während der Fahrt vor sich hin. Der nächste Stopp in Västervik war eine Enttäuschung. Der Stellplatz hier ist neben einem Wärmekraftwerk einerseits und einer Fabrik auf der anderen Seite angelegt. Grober Schotter dient als Untergrund, kein Schatten, dafür aber der Blick auf das Wasser. Für mich keine Alternative. Warum sollten wir uns in einem so schönen Land ausgerechnet den hässlichsten Ort zum Verweilen aussuchen? Und das auch noch, wo der Tag noch so lang ist. Über eine landschaftlich ausgesprochen schöne Strecke verlassen wir die Stadt wieder und nach etwa einer halben Stunde kommen wir nach Gamleby. Mein idyllischer Tank ist jetzt wieder aufgeladen und ich hätte gerne an jeder Ecke von meinem Jedermannsrecht Gebrauch gemacht und mich einfach in den Wald oder an einen Feldrand gestellt. Leider war es entweder wegen der örtlichen Voraussetzungen nicht möglich (kein Parkplatz, kein Raum zum Sein) oder es stand tatsächlich ein Verbotsschild mitten im Wald! Einige Gebäude in dem Ort erinnern mich an solche, die ich aus Filmen kenne, die in Russland spielen. Andere Häuser dagegen stehen auf riesigen Grundstücken und wirken fast wie Villen. Richtig schön ist der Ort nicht. Einfach und verschlafen. Neben der Straße finden wir einen Rasenplatz, auf dem schon einige Wohnmobile stehen. Hier stellen wir uns einfach dazu. In die eine Richtung ist die Aussicht auch nicht rosig. Eine Siloanlange steht direkt vor dem Arm der Ostsee. Alle anderen Richtungen aber zeigen uns grüne Wälder. Dafür steht man hier für lau. Da kann man auch nicht alles erwarten.

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Nachdem wir uns ein bisschen eingerichtet haben, machen wir uns auf zu einer kleinen Tour zu einer Aussichtsplattform. Ein bisschen hört sich das nach Sonntagsnachmittagsspaziergang an. Weit gefehlt. Ruckzuck sind wir in einer völlig anderen Welt, die man mit den folgenden Bildern am besten wiedergeben kann.

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Wanderung Zum Riesen Garpe

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Der Abend ist wieder schwedisch. Erst Wespen und Bremsen und später Mücken. Die vielen Fliegen vernachlässigen wir mal, weil sie einfach nur nerven, sonst aber nichts tun. Im Gras müssen ganz komische Tiere sitzen, die uns die Füße zerstechen. So beenden wir den gemeinsamen Abend recht früh und Rainer und ich holen uns noch ein bisschen Erica und Patrick in den Cookie. Irgendwie ist die Nacht unruhig. Einen genauen Grund dafür können wir nicht nennen.

Montag, 25. Juli

Heute verlassen wir die Ostseeküste und fahren in das Innere des Landes nach Braås an den Örken. Die Strecke ist landschaftlich wunderschön. Die Straße gesäumt von Felsen, Wäldern und Seen, die zum Wandern einladen. Die nächstgrößere Stadt ist Växjö. Gegen Mittag erreichen wir unser Ziel. Der Ort gibt nicht viel her, abgesehen davon, dass uns ein riesiges VOLVO-Schild empfängt. Glücklicherweise scheint das Werk Betriebsferien zu haben. Die einzige Geräuschkulisse, die wir hier haben, wird von dem Zusammenspiel zwischen Bäumen und Wind erzeugt. Preislich gesehen ist der Platz auch einfach nur zu empfehlen. Für 150 Kronen stehen wir hier die Nacht inklusive Strom, Wasser und Duschen. Von unserem Cookie aus haben wir einen wunderschönen Blick auf den See. Viel machen wir hier nicht mehr. Gegen Abend wir der Platz voll und wir treffen auch noch eine Kollegin von Jörg mit ihrem Mann. Mit ihnen gemeinsam beschließen wir den Abend mit einem Kanister Wein.

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Dienstag, 26. Juli

Der Tag startet bedeckt. Eine kleine Abwechslung zu gestern. Rainer, Pauli und ich wollen wandern. Unser Ziel ist der Nachbarsee Madkroken. Der Weg dorthin ist ganz nett aber nicht überwältigend. Besonders auch, wenn man so gegendverwöhnt ist wie wir ;-) Die Sonne will sich auch nicht richtig blicken lassen. Kurz bevor wir wieder auf dem Campingplatz sind, beginnt es ganz plötzlich wie aus Eimern zu regnen. Der Himmel war schon dunkel, aber wir haben uns noch einige Minuten gegeben und genau die hätten auch gereicht. Die Eimer werden also regelrecht über uns ausgekippt und wir werden nass bis auf die Haut. Meine Wanderschuhe laufen von oben voll mit Wasser und ich habe Pfützen in den Schuhen. Auf den Straßen entstehen in kürzester Zeit knöchelhohe kleine Bäche, die Richtung See strömen.

Wanderung ab Campingplatz Braås Richtung Madkroken

Den Rest des Tages verbringen wir mit dem Trocknen unserer Sachen (immer der Sonne hinterher), Hörbuchhören und dem Optimieren des Platzes in unserem Cookie ;-)

Mittwoch, 27. Juli

Heute verlassen wir Schweden. Von Braås aus geht es gemütlich über die Bundesstraße nach Malmö. Über die Öresundbrücke erreichen wir Dänemark. Von Annette und Jörg haben wir uns getrennt. Sie fahren auf anderen Wegen, weil noch ein Verwandtenbesuch ansteht. Sjæland druchfahren wir und gelangen über den Storebelt nach Fünen. Hier halten wir uns Richtung Norden und kommen nach Kerteminde, einem kleinen Segelörtchen. Auf einem Campingplatz nutzen wir den Quickstopp und stehen vor der Tür auf einem schönen Stückchen Wiese. Duschen und Toilette dürfen wir benutzen. Nachts legt sich der Verkehr auf der Durchgangsstraße nahezu und wir können gut schlafen.

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Donnerstag, 28. Juli

Via Kolding geht es heute nach Flensburg, Schleswig, nein Kappeln. Wir können uns auf der Fahrt nur sehr schwer entscheiden. In Kolding machen wir eine kleine Pause und gucken uns die Geschäfte der Stadt an. Bei einem Eisladen bleiben wir hängen und geben hier einen großen Teil unserer dänischen Kronen aus.

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Für Kappeln finden wir einen Wohnmobilstellplatz hinter dem Yachthafen. Hier haben etwa 60 Mobile Platz. Der Platz ist mit kleinen Kieseln ausgekieselt. Wir finden einen Platz, stehen etwas abschüssig, aber weil wir den ganzen Urlaub nicht gekeilt haben, fangen wir jetzt nicht damit an. Strom brauchen wir nicht und so stehen wir hier für 12 € die Nacht. Die Toiletten und Duschen der Marina stehen uns zur Verfügung. Sogar WLAN ist im Preis enthalten. Das reicht auch dafür, um später ein neues Hörbuch herunter zu laden.

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Dann geht es auf die Hafenmeile. Es herrscht viel Betrieb und um in unserem „Stammlokal“ essen zu können, müssen wir ein bisschen warten. Aber das nehmen wir gerne in Kauf. Die Nummer 15 der Speisekarte ist einfach zu gut! So nehmen wir schon recht früh in der „Alten Räucherei“ Platz und freuen uns nicht zu Unrecht auf unser Essen. Die Frage, ob Pauli erwünscht ist, erübrigt sich beim Betreten der Terrasse. An nahezu jedem Tisch liegt ein mindestens ein Hund.

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Freitag, 29. Juli

Regen prasselt auf das Dach unseres Bettes. Und als wir wenig später aufsehen, macht das Wetter auch noch keinen besonders guten Eindruck. Einen Moment zweifle ich an unserer Entscheidung, zwei Nächte hier zu bleiben, aber während des Frühstücks klart es ein bisschen auf und wir werden eines Besseren belehrt. Heute wollen wir wandern. Typisch norddeutsch ;-) Als Ziel suchen wir uns Arnis aus, die kleinstdie Stadt Deutschlands. Sie liegt an der Schlei in Richtung Schleswig und ist über einen Weg, der teilweise am Fluss entlangführt. In Arnis sehen wir uns die Schifferkirche an und setzen dann mit der Fähre über nach Sundsacker. Der Fährmann ist begeistert von Pauli und haut einen Hundespruch nach dem anderen raus. Nach einiger Zeit hat Pauli sich auch mit der Fähre angefreundet und guckt neugierig über die Reeling. Auf der anderen Seite halten wir uns wieder in Schleinähe auf und erreichen nach einiger Zeit und insgesamt etwa 15 Kilometern wieder Kappeln. Im Café Obstgarten vor der Schleibrücke nehmen wir uns Zeit für sehr gute Torten (Käsekuchen und Stachelbeergewitter) und erfrischende Holunderschorle. Auch hier ist die innere Frage nach Hunden obsolet. Wieder liegt an fast jeden Tisch ein Hund. Eine Hündin rennt oder besser rutscht durch den Garten. Durch einen Unfall ist sie gehbehindert und kann ihre Hinterbeine nur noch sehr eingeschränkt nutzen. Pauli freut sich über ihren Besuch an unserem Tisch und ist ganz vorsichtig beim Begrüßen.

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Wanderung mit Kiki und Pauli vom Stellplatz Kappeln nach Arnis, zurück über Kopperby

Samstag, 30. Juli

Reisetag. Er beginnt für uns ungewohnt früh. Aber warum sollen wir uns noch in den Betten wälzen, wenn das staureichste Wochenende des Jahres angekündigt ist. Um halb neun schon sind wir vom Platz und gegen neun – nach Entleeren und Einkaufen – geht die Fahrt los. Bis Bremen fahren wir tatsächlich von einem Stau in den nächsten. Die A7 ist eine einzige Baustelle. Der Anschluss nach dem Elbtunnel auch noch. Aber dann haben wir nahezu freie Fahrt. Gegen halb sieben kommen wir zu Hause an! Ein schöner Urlaub mit viel Bewahrung auf allen Wegen liegt hinter uns :-)

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© KS 2016

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