Kiki schreibt
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Jemand hat das Manuskript geklaut!

Sonntag Morgen neun Uhr dreiundzwanzig, Anfang März. Ein Becher duftender Kaffee steht vor uns, dazu frischgebackenes Brot. Der Tag verspricht trüb zu werden. Draußen, vor dem Wohnzimmerfenster, hängt ein Buntspecht in einer Birke, in der benachbarten Kiefer sitzen zwei viel zu dicke Tauben. So ganz nebenbei frage ich mich, wie man so kurz nach dem Winter oder eigentlich noch im Winter dicke Tauben finden kann. Ja, finden die denn auch im Winter genug zu essen? Auf dem Balkon beginnen die Pflanzen mit ihrem Leben. Einen sehr traurigen Eindruck macht der Hibiskus. Einfach nur Äste, kahle Äste ohne eine Spur von Leben. Ein bisschen aufmunternd stimmt die Tatsache, dass wir am Tag zuvor in einem renommierten Baumarkt diese Pflanzen im gleichen Stadium gesehen haben. Da trifft es mich wie aus heiterem Himmel: Das Manuskript vom Kroatienurlaub 2004. Aufgeregt stürme ich ins Arbeitszimmer, wo ich dieses vermute. Weit gefehlt. Nach einigen Minuten hektischem Suchen ist es für mich klar: Jemand hat das Manuskript geklaut. Jemand muss es an sich genommen haben. Das wird ein aufregender Tag für meinen Mann, denn seine Aufgabe wird es sein, sämtliche Koffer und Taschen vom viel zu hohen Schrank zu holen und darin das Manuskript zu suchen. Da bleibt wenig Zeit für das geliebte Computerspiel. Schließlich findet sich das Manuskript in der ausgedienten Schultasche, die zu Füßen des Bücherregals steht. – Aber der Kartoffelschäler ist wirklich weg.

© KS 2008

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