Lasst uns frooh* uund* munter sein…

von | Dez 6, 2017 | Kiki schreibt | 0 Kommentare

In den folgenden Jahren trat der Nikolaus weniger aufregend in mein Leben. Am Morgen des 6. Dezember lag lediglich das Jutesäckchen, das auch schon der erste Nikolaus hatte neben meinem Bett und war gefüllt mir Leckereien und kleinen Geschenken. Im Laufe der zeit wurden die Leckereien mehr und Geschenke weniger, bis sie sich irgendwann an Null anlehnten. Geputzte Schuhe vor die Tür stellen und am besten noch einen Teller mit Keksen und ein Glas Milch dazu, waren für mich völlig unbekannte Bräuche. Hätte auch wenig Sinn ergeben, denn schnell war klar, dass meine Mutter den Nikolaus spielte. Was sollte sie noch kurz vor dem Schlafengehen mit Keksen und Milch?

Später spielte mein Bruder für unseren kleinen Bruder den Nikolaus. Zum Schein bekamen wir von ihm dann auch alle unsere Säckchen. Ein oder zwei Jahre fiel es nicht auf, dass einer in der Runde fehlte. Dann wurde ein Freund aus der Kirche als Nikolaus angeheuert. Nie mehr war es aber so, dass wir in einer so riesigen Veranstaltung unsere schlechten Taten beichten mussten. Nie mehr war der Nikolaus so furchteinflößend.

* Als Kinder haben wir die Silben immer so lang gezogen, dass man auf die Idee kommen könnte, es werden zwei „o“ und „u“ gebraucht.

©KS2017

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