Bonn, Mein Hundeleben
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Meine Stadt im Ausnahmezustand

Zum 2. Mal in diesem Jahr ist meine Stadt im absoluten Ausnahmezustand. Vor einem Dreivierteljahr reisten die Außenminister der G20-Staaten an. Sie waren aber nicht so sehr an meiner schönen Stadt interessiert, denn sie haben keinen Rundgang durch die schöne City gemacht, bei Haribo eingekauft oder sich die wunderschöne Südstadt angesehen. Sie haben sich immer nur im WCCB am Rhein getroffen und miteinander geredet. Damit das möglich war, wurden auf meinen Stadtgassistrecken und in der unmittelbaren Nachbarschaft hochbewaffnete Polizisten aufgestellt und Straßen gesperrt. Viele Menschen standen in vielen Staus. Zum Glück dauerte das Treffen nur zwei Tage.

Zur Zeit findet die UN-Klimakonferenz und es sind für zwölf Tage über 25000 Menschen zu Gast, die in der Rheinaue über das Klima reden – der Begriff Wetter wäre wohl zu banal. Für die Gäste hat meine Stadt alles gegeben. Seit Mitte August laufen die sichtbaren Vorbereitungen in der Rheinaue.

Die Zelte sind keine Massenlager. Sie schlafen darin nicht in ihrem Schlafsack auf ihrer Isomatte. In den Zelten sind hochtechnisch ausgestattete Konferenzräume untergebracht. Zum Schlafen fahren die Menschen sogar bis nach Koblenz. Einige Gäste schlafen in der Kirche von Kiki und Rainer. Meine Kiki hilft bei einer Suppenküche.

Die Polizeipräsenz ist hoch in diesen Tagen. Es sind zahlreiche Demonstrationen geplant, die begleitet werden wollen. Außerdem stehen stehen auch jetzt wieder viele Menschen in Staus – mit ihren Autos. Dabei sollten zu einer solchen Veranstaltung die Menschen ja wohl zu Fuß, mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Irgendwie klappt das nicht. In viele Teilen meiner Nachbarschaft stehen die Autos mit laufendem Motor – es ist ja kalt und die Heizung im Auto muss weiter laufen – und nebeln die Umgebung ein. Wie auch Anfang des Jahres werden wir oft aus der Luft überwacht. Ein Hubschrauber zieht seine Kreise. Meine erste Demonstration gegen Kohle verläuft friedlich und ich mache meine Sache sehr gut.

© Pauli 2017

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