Mit meinem Namen

von | Feb 9, 2015 | Kiki schreibt, mit 40... | 1 Kommentar

Wer kennt das nicht aus seiner Kindheit? In einem Geschäft vor einer ganzen Wand mit Tassen, Gläsern, Kuscheltieren, Stiften, … stehen und darunter den eigenen Namen suchen. Ein Traum für ein kleines oder größeres Mädchen. Der ganze Stolz für die Fensterbank, den Nachttisch oder das Bücherregal im Kinderzimmer. Schon sehr früh musste ich feststellen, dass meine Eltern mir in dieser Beziehung keinen Gefallen getan haben. Ganz davon zu schweigen, dass ich sehr oft in ungläubige Gesichter sehen musste – und auch noch muss – wenn ich meinen Namen nannte und auch noch heute, wenn ich ihn nenne. Wie war das noch mal? Sie halten die Hand hinter die Ohrmuschel und machen einen auf schwerhörig. Dabei trifft das in der Regel nicht zu. Meinen Namen muss ich immer zweimal nennen. Mindestens. Auf der anderen Seite hatte ich immer den großen Vorteil, dass ich nicht verwechselt wurde mit all den Stefanies – ganz gleich ob mit f oder ph, Claudias, Danielas und Michaelas oder Monikas. Mich gab es immer nur einmal mit meinem Namen. Eine Ausnahme fällt mir da ein. Mit einer Freundin war ich in der Fußgängerzone in Koblenz unterwegs. Eine fremde Stimme hinter mir nannte meinen Namen und für mich war es völlig klar, dass ich gemeint sein musste. Noch nie war es vorgekommen, dass ich bei der Nennung meines Namens nicht gemeint war. Diese Frau, die meinen Namen aussprach, meinte aber wirklich eine andere Frau, die direkt neben ihr ging. Sie sprach mit ihrer Freundin. Das war vor ungefähr 20 Jahren. Das erste und letzte Mal. Noch heute kommt es vor, dass Menschen meinen Namen für sich passend mutieren lassen. Sie bauen einfach Buchstaben ein oder lassen welche weg. Sie darauf aufmerksam zu machen, habe ich aufgegeben. In der Regel hält es von jetzt bis gleich.

Um es kurz zu machen: Meinen Namen habe ich nie gefunden. Nicht auf einer Tasse, einem Glas oder einem Kuscheltier. Und um es genau zu sagen: Deswegen fühlte ich mich schon früh in meinem Leben gemobbt, so würde man es heute ausdrücken. Nicht von meinen Eltern, die mir den Namen gaben. Sie haben das sicher nicht beabsichtigt. Nein, den Firmen nahm ich es übel, dass sie keine Produkte mit meinem Namen anfertigten. Verwandte Namen gab es häufiger. Gertrud, Gertraud oder Waltraud. Als ob die häufiger oder schöner wären. Ungerecht empfand ich auch die Tatsache, dass die Namen meiner Geschwister häufiger zu finden waren. Und das, obwohl unsere Namen schon eine gewisse Ähnlichkeit aufweisen. Unsere Eltern hatten bei der Namensvergabe ihrer Kinder System.

Noch heute ist es so, dass ich mich hin und wieder vor besagte Wände stelle. Zumindest scanne ich die Namen mit meinem Anfangsbuchstaben ab. Das geht schnell und ist natürlich ergebnislos. Ganz groß in diesem Geschäft sind diverse Souvenirläden an der Nordsee. Tassen mit Namen versehen – windschief. Das Angebot wurde inzwischen erweitert: Schnapspinnchen – ebenfalls vom Winde verweht. Vielleicht habe ich diese aber auch in meiner Kind einfach nicht wahrgenommen.

Die Firma einer bekannten Nuss-Nugat-Creme hat sich meiner angenommen. Meinen Wunsch geahnt und sich wahrscheinlich extra für mich eine wundervolle Aktion ausgedacht. Man kann Etiketten im Design der Firma mit seinem eigenen Namen bedruckt zugeschickt bekommen. Obwohl ich absolut kein Fan dieser Creme bin, habe ich in mehreren Geschäften die Aktionsgläser gesucht, gefunden und an der Aktion teilgenommen. Schon nach ganz kurzer Zeit bekam ich Post und kann nun ein Etikett mit meinem eigenen Namen in den Händen halten :)

©KS2015

1 Kommentar

  1. Hehe… ging mir ausserhalb von Ostfriesland auch immer so. Aber nun stell dir vor, du kommst nach Ostfriesland und gefühlt jede zweite heisst wie du. Voll das Gegenextrem und auch nicht besser!

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