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Ostertour – völlig ungeplant treiben lassen

Die Osterferien stehen vor der Tür und wir beschäftigen uns wieder mit einem Reiseziel. Schon vor langer Zeit kam uns die Ostsee in den Sinn. Das weite Meer, ein bisschen Wind, ansonsten Sonne und gutes Wetter, Fischbrötchen und Störtebecker-Bier. Das sollte es werden. Die Wettervorhersagen nannten aber genau das Gegenteil: viel Wind, wenig Sonne, schlechtes Wetter. Über Fischbrötchen machten sie keine Aussage. Also entscheiden wir uns für Plan B. Es soll ins Elsass gehen. Leider kommen wir am ersten Samstag in den Osterferien viel zu spät los. Die Sonne scheint nur so vom Himmel und auf der Höhe von Bacharach unterbrechen wir unsere erste Etappe schon. Warum den schönen Tag im Auto verbringen, wenn es auch anders geht? Nach einer imposanten Abfahrt von der A61 an den Rhein hinunter kommen wir auf dem Wohnmobilstellplatz des Campingplatzes Sonnenstrand an. Wir sind gespannt auf die Nacht, weil Plätze an dieser Strecke eigentlich als sehr laut verschrien sind. Eine Nacht soll und das nichts ausmachen. Für die erste Reihe sind wir zu spät. Aber da wir sowieso nicht lange bleiben wollen, ist uns das völlig egal und wir stellen uns zufrieden in die zweite Reihe.Nach Anmeldung und Einrichtung machen wir uns den Weg in die kleine Stadt und wandern hinauf zur Burg Stahleck, in der die örtliche Jugendherberge untergebracht ist.

Entgegen allen bekannten Warnungen verbringen wir eine ruhige Nacht und schlafen sehr gut. Am nächsten Morgen geht es weiter unserem eigentlichen ersten Ziel entgegen: dem Familienweingut Geiger in Dierbach. Hier gibt es einen Stellplatz für Wohnmobile mitten in den Weinbergen. Es stellt sich heraus, dass unsere Entscheidung richtig gewesen ist. Gestern hätten wir keinen Platz bekommen, weil wir zu spät angekommen wären. Wir werden sehr freundlich empfangen und finden einen schönen Platz am oberen Ende. Direkt hinter uns wachsen die Weinreben – oder werden sie in diesem Jahr einmal wachsen.

Pauli mahnt dringend zu einem kleinen Spaziergang. Nachdem wir uns eingerichtet haben, beugen wir uns seiner Mahnung und machen uns auf den Weg. Unterwegs treffen wir eine Rollstuhlfahrerin mit zwei freilaufenden Hunden, die auch noch auf uns zu gelaufen kommen. Wie ich das liebe! Aber welch ein Wunder, die Frau nimmt ihre Hunde wieder zu sich, ich habe die Chance, Pauli von der Leine zu lösen und man hat Gelegenheit, sich zu beschnüffeln. Die Hundedame findet Pauli sehr interessant und es beginnt ein ausgelassenes Spiel. Auch der Rollstuhl interessiert Pauli gar nicht. Er nimmt ihn als gegeben und hält einen vernünftigen Sicherheitsabstand.

Gegen Abend kehren wir auf einen Grauen Burgunder beim Geiger ein. Dieser Wein überzeugt uns und wird in Kisten im Cookie einen Platz finden. Mit unserem Tischnachbarn unterhalten wir uns nett über Gott, die Welt und Elektroautos ;-)

Von einem herrlichen Sonnenschein werden wir am folgenden Morgen geweckt und weil Montag ist, ziehen wir uns unsere Laufsachen an und laufen durch die Weinberge. Es ist noch angenehm frisch. Nach dem Frühstück steht eine Fahrradtour in das nächste größere Städtchen auf dem Plan: Bad Bergzabern. Ganz nett, aber irgendwie tot. Viele Geschäftsräume sind leer, wenige Menschen sind auf den Straßen. Ein trauriges Bild. Daher bleiben wir nicht lange dort. Ich hatte  mir eigentlich vorgestellt, etwas zu shoppen, aber daraus wird nichts. Lediglich die Sicherung für die Innenbeleuchtung unseres Cookies erstehen wir an einer Tankstelle. Immerhin tappen wir dort jetzt nicht mehr im Dunklen.

Nach zwei Nächten in den Weinbergen ist unser nächstes Ziel ist ein kleiner Ort im Saarland. Zur Entscheidung standen der Breisgau, Elsass und die Mosel. Die Wettervorhersagen sind für alle Gebiete ähnlich. Wir fahren recht früh los, weil wir in Sorge sind, keinen Platz auf dem kleinen Stellplatz am Wilscheider Hof in Düppenweiler zu bekommen. Von dort aus wollen wir dann alles weitere erledigen. Einkaufen und so. Wir sind um diese Uhrzeit die einzigen Gäste und können uns unseren Platz aussuchen. Wir werden von einer kleinen Hundedame namens Paula begrüßt. Pauli ist auch ganz entzückt. Der Besitzer ist sehr gemütlich. Bezahlen können wir jetzt oder später. Alles ist in Ordnung. Nun ja, wir haben unseren Einkauf im Kopf. Im Ort haben wir auf der Hinfahrt einen Edeka gesehen, den wir jetzt aufsuchen wollen. Keine Alternative. Der nächstgrößere Ort ist 5 Kilometer entfernt. Dort soll es einen Rewe geben und wir planen mit dem Bus zurück zu fahren. Es geht stetig bergab. Den Rewe gibt es. Eine Eisdiele auch. Den Bus nicht :-( Dafür aber Taxis, die auch unangeschnallte haarende Hunde mitnehmen. Als wir auf dem Stellplatz ankommen, sind wir immer noch alleine. Das ändert sich jedoch ziemlich schnell. Ein Gespann fährt auf den Parkplatz und koppelt ab. Wohnwagen auf Wohnmobilstellplätzen ist mir neu. Aus dem Auto klettert eine dreiköpfige Familie mit einem einköpfigen Hund. Habe ich schon erwähnt, dass ich freilaufende Hunde auf Stellplätzen zweifelhaft finde?

Der nächste Tag ist mein Geburtstag! Ich werde fünf mal neuen Jahre alt. Wir wollen den viel angepriesenen Litemonter Sagenweg gehen und anschließend abends schön essen gehen. Die Wanderung entpuppt sich bei wunderschönen Wetter als im wahrsten Sinne des Wortes sagenhaft. Das Essen am Abend wird eine schwierigere Veranstaltung. Es ist Mittwoch und sämtliche Restaurants öffnen in dieser Gegend erst am Donnerstag, dafür schließen sie aber auch am Sonntag wieder. Wirklich ärgerlich! Selbst der Gasthof, der zu unserem Stellplatz gehört, hat die Hälfte der Woche geschlossen. Da bleibt nur der einzige Lieferservice im Ort. Mittelmäßig prächtig. Ehrlich gesagt stellt man sich ein Geburtstagsessen anders vor. Mein Opa soll immer gesagt haben: „Was man sich vorstellt, kann man auch wieder wegstellen.“ Da ist was dran, Opa!

Wir starten wieder früh am nächsten Morgen – zumindest relativ. Wir wollen die nächsten Nächte auf dem Weingut Feiten in Longuich in der Nähe von Trier an der Mosel verbringen. In meiner App ist der Stellplatz verschieden bewertet, wir schließen uns den positiven Bewertungen an und sind begeistert. Obwohl die Autobahn sehr nah dran ist, kann man sie wirklich nicht hören. Die Fahrzeuge stehen mit Blick auf die Mosel und abends hat sie zugehörige Straußwirtschaft geöffnet. Zum Start gehen wir mal wieder einkaufen – zu Fuß. Der nächste Ort ist aber recht gut zu erreichen und wir können uns für das Wochenende eindecken.

Von Longuich machen wir eine Radtour moselabwärts nach Leiwen, wo wir uns mit einer Weinschorle stärken. Unterwegs kommen wir an einer der vielen Staustufen der Mosel vorbei und schauen fasziniert zu, wie ein Schiff diese passiert. Pauli ist sehr beeindruckt, schreckt aber zurück, als er mitbekommt, wie das Wasser in den unteren Teil der Mosel fällt. Ansonsten fährt er ruhig in seinem Hänger mit und passt gut auf den Weg auf. Zurück am Cookie gehen wir direkt weiter in das kleine Café am Ort und tun uns mit der hausgebackenen Torte etwas Gutes. Das Café ist voller Hunde. Pauli macht seine Sache sehr gut!

Für den Samstag ist der erste Regen des Urlaubs gemeldet. Wir wollen den Tag nutzen, um mit dem Gruppenticket im Bus nach Trier zu fahren. Der Bus verspätet sich aus verschiedenen Gründen: der Bus vorher ausgefallen, er nimmt Fahrräder auf einem Hänger mit und ist voll bis zum Anschlag. Wenn einer aussteigt, darf wieder ein neuer Fahrgast rein. Die Fahrerin nimmt es sportlich. Trier ist ebenso voll wieder Bus dorthin. Unser erster Weg führt uns in eine Filiale von Vetconcept, wo Pauli von der Verkäuferin mit Leckerchen verwöhnt wird. Er will den Laden gar nicht mehr verlassen. Zurück in Longuich machen wir uns direkt auf den Weg in die Alte Burg. Dort wollen wir den Urlaub kulinarisch beenden. Kurz vor unserem Ziel kommt es zu einem Zwischenfall. Wie aus dem Nichts kommt ein Welsh Terrier aus der Einfahrt seines Hauses geschossen und greift Pauli ohne Vorwarnung an. Bekommt ihn am Schwanz zu packen. Der Besitzer greift zwar ein, aber unser Adrenalinspiegel ist hoch und das Essen schmeckt nur noch halb so gut…

Über Nacht kühlt es mächtig ab, es fällt uns nicht so schwer, unsere Sachen zusammen zu packen und die Heimreise anzutreten. Ein sehr schöner Urlaub, der uns den Geschmack am Campen wieder so richtig zurück gegeben hat – dieser hat ja zugegebenermaßen im letzten Jahr ein bisschen brach gelegen…

© KS 2017

1 Kommentare

  1. wilfried kissel sagt

    hallo,

    danke für den Reisebericht, den wir mit Interesse gelesen haben.

    Viele liebe Grüße

    Mama und Papa

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