Osterurlaub 2013 – Alles eine Frage der Einstellung

von | Apr 3, 2013 | ohneumweg-unterwegs | 3 Kommentare

Ungewollt ist dieser Satz zum Motto unserer Osterurlaubs geworden. Da in diesem Jahr der Winter nicht enden will und zu Beginn des Frühlings noch einmal seine ganze Kraft entfaltet hat, waren wir uns lange nicht sicher, ob wir wirklich den Wohnwagen aus seinem Häuschen holen wollen und er uns damit als Urlaubsdomizil dienen soll. Täglich oder fast stündlich wurden Wetterdaten unter die Lupe genommen und jedes Grad, das in die positive Richtung wies als Grund zur Freude genommen. Jeder andere Trend dafür aber mit Stirnrunzeln beäugt.

Am 27. März – Mittwoch – geht es dann endlich los! Wir bepacken unseren Wohnwagen und machen uns auf den Weg in Richtung Süden. Als Pauli den Wagen das erste Mal sieht, ist er völlig aus dem Häuschen und springt noch zu Hause hinein. Wahrscheinlich denkt er, der Urlaub beginnt direkt vor der Tür. Unser Ziel: Gaienhofen am Untersee (Bodensee) (493 km – Zeitangabe bei einem untermotorisierten Auto spare ich mir…). Bevor wir den Campingplatz Horn erreichen, führt uns unser Weg an schneebedeckten Feldern vorbei, die uns schon ein bisschen irritieren. Sollte es um Ostern nicht wärmer werden?

Den Campingplatz Horn auf der Halbinsel Höri im Bodensee erreichen wir nur bedingt mit Navi. Irgendwann will es uns eine Anliegerstraße führen, die sehr eng wirkt und uns mit Hänger nicht überzeugt. Wir scheuen noch das Rückwärtsfahren und das vor allem nach sieben Stunden Fahrt. Wir folgten der guten Beschilderung und kamen an unserem Ziel an. Der Campingplatz liegt direkt am Wasser und hat für Hundebesitzer nur bestimmte Plätze ausgewiesen. Da der Boden noch etwas nass und matschig ist, wird unser Hänger mit einem Traktor auf den Platz gezogen und das ist auch gut so. Saubere und beheizte Duschhäuser sollen uns am nächsten Morgen für 1,00 € pro fünf Minuten erfreuen. Den Wasserfluss kann man hier unterbrechen. Aber fünf Minuten sind echt viel. Ich bin mir nicht sicher, was ich in der Zeit alles waschen soll…

Nach dem Aufbau des neuen Vordachs, Ausrichten des Wohnwagens, Wassertank befüllen, Gas anschließen erfreuen wir uns der Heizung in unserem Wohnwagen. Draußen spielt das Thermometer verrückt.

Donnerstag

Nach einer schönen warmen Nacht (es leben die dicken Decken aus der Feinkostladenkette!!) überrascht uns am nächsten Morgen ein besonderer Anblick, als wir das Licht wieder von außen in unsere Einheit lassen.

Damit hat keiner gerechnet! Schnell beginnt es zu tauen und nach dem Frühstück leider auch zu regnen. Diese doch sehr hohe Luftfeuchtigkeit hält den ganzen Tag an und deswegen beschließen wir, auf unsere geplante Wandertour zu verzichten und machen uns mit dem Auto auf den Weg nach Radolfzell.

Freitag

Die Sonne meinte es heute Morgen gut mit uns und nach dem Frühstück können wir eine erste Wanderung wagen. Selbst das Thermometer wandert auf unglaubliche 8°C.

Von unserem Campingplatz aus führt uns unsere Route zuerst nach Gaienhofen. Am Evangelischen Internat biegen wir rechts in den Ort ein, um dann an der Hauptstraße wieder links Richtung Balesheim abzubiegen. Wir folgen der grünen Raute auf gelbem Grund. Der Weg hat eine leichte Steigung und wir erfreuen uns an der Sonne, die durch die Bäume scheint. An einer Weggabelung mit schönem Blick auf die Schweizer Berge – wenn die Sicht ein bisschen klarer wäre – gehen wir weiter Richtung Honisheim.

Jetzt wird der Weg ein bisschen matschiger. Wir steigen den Schiener Berg hinauf und halten uns Richtung Dreiländer Eck. Der Schnee der letzten Tage, das Tauwetter und tiefe Fahrrillen ergeben teilweise große Pfützen. Aber unsere Wanderschuhe lassen keinen Zweifel an ihrer Qualität ;-) Wir stapfen durch den Wald, anders kann man das im Moment nicht nennen, immer auf der Suche nach einem relativ trockenen beziehungsweise schneereichen Fleckchen, das uns nicht versinken lässt. An einem Abzweig Richtung Bettnang verlassen wir die grüne Raute auf gelbem Grund und steigen den Berg wieder hinab. Der Abstieg verblüfft uns ein wenig, weil wir uns nicht erinnern können, so viel bergauf gelaufen zu sein. An einer Kreuzung kurz vor Bettnang entscheiden wir uns für den Weg „Horn 5,5 km“. Jetzt geht es größtenteils auf Asphalt weiter und es beginnt leider auch wieder zu regnen. Nach etwa 400 Metern macht der Weg einen scharfen Knick nach links und wir gehen auf Weiler zu. Der Weg steigt wieder an und macht nochmals einen scharfen Linksknick. Zwei Knick nach rechts führen uns an einem kleinen Parkplatz vorbei. Da hier unser Auto aber nicht steht, lassen wir ihn links liegen und folgen dem Weg. An einer T-Kreuzung biegen wir links Richtung Horn ab und folgen dem Weg in den Ort. Wir folgen dem Weg bis zur Abzweigung Lärchenweg, der zum Vogelsang wird und uns nach Überqueren der Ortsdurchgangsstraße zum Campingplatz führt. Endomondo sagt, dass wir 18 km gelaufen sind. Das kann ich aber nicht glauben, weil wir nur vier Stunden gebraucht haben.

Kurz nachdem wir wieder an unserer Einheit angekommen sind, kommen Jötte auf unseren Campingplatz und stellen sich direkt neben uns in den Matsch (inzwischen wird der Platz immer nasser und man muss sehr aufpassen, wo man seine Füße hinsetzt). Bei Tee und Bier feiern wir das Wiedersehen und planen den Abend zusammen. Wir gehen in das Hotel-Gasthaus Hirschen am Ort und erfreuen uns dort des guten Essens mit sehr netter Bedienung.

Samstag

Für heute ist wieder eine Wanderung geplant, die aber leider ausfallen muss, weil die Luftfeuchtigkeit wieder viel zu hoch ist. Nach einem gemeinsamen Frühstück in Jöttes Einheit gibt es dafür ein Spezialprogramm: unsere gestern erst gewonnen Nachbarn ziehen um. Oder sagen wir besser: sie lassen sich im wahrsten Sinne des Wortes umziehen. Jötte haben genug von dem Matsch und stellen sich auf einen Platz mit festerem Untergrund. Alleine kommen sie aber aus der Sache nicht raus, ein Trecker muss helfen.

Das Nachmittagsprogramm findet in Konstanz statt. Hier ist es sehr voll. Man hat den Eindruck, dass sämtliche Urlaubsgäste der Gegend aus ihren Löchern gekrochen sind, um zumindest ein bisschen Luft zu schnuppern. Der Regen hört auch hier nicht auf.

Die Versprechen für den kommen den Tag sind aber großartig – im Vergleich zu den letzten Tagen zu sehen…

Sonntag

… und so starten wir heute nach dem Frühstück eine Wanderung nach Stein am Rhein. Der Weg führt und teilweise am See entlang. Leider müssen wir aber viel zu viel auf Asphalt gehen und teilweise auch direkt an der Straße entlang. Wenn man es aber genau betrachtet, ist dies wegen des vielen Regens und Schnees der letzten Tage gar nicht so schlimm, weil die Wanderwege sowieso eher einem Schlammbad gleichen. Kurz vor unserem Ziel überschreiten wir die Grenze in die Schweiz. n Stein am Rhein haben wir leider gar nicht so viel Zeit, weil wir den Bus um 17.45 Uhr wieder zurück nach Horn nehmen wollen. Einen Kaffee und ein Stück sehr leckeren Kuchen essen wir aber trotzdem noch – bei leichtem Regen unter freiem Himmel. Pauli darf nicht mit in die Konditorei Beck. Den Weg zurück mit dem Bus genießen wir besonders deswegen, weil es schon wieder ein bisschen schneit. Pauli ist ÖPNV-erprobt und liegt sehr artig unter den Sitzen. Der Busfahrer nimmt ihn dankenswerterweise kostenlos mit.

Bei Schneefall gehen wir nach einem schönen Abend ins Bett. Es war unser sechster Hochzeitstag, hatte ich das erwähnt?

Montag

Es ist kaum zu glauben, aber heute Morgen werden wir von der Sonne geweckt! Sie scheint schon, als wir aus unseren Betten kriechen. Der Gang zur Dusche in Bademantel und Badeschlappen ist dennoch frisch und erinnert an einen Saunagang. So hat man hier alles inklusive. Das schöne Wetter animiert uns wieder dazu, eine Wanderung zu machen. Das Ziel soll wieder Stein am Rhein sein. Dieses mal wollen wir uns dem Ziel aber auf der Schweizer Seite nähern. Von Gaienhofen aus fahren wir mit Jötte und Pauli mit dem Schiff nach Steckborn und schlagen uns dort nach einem kleinen Gang durch den Ort in die Berge.

Das genau war das Ziel. An einer ungewissen Stelle verlieren wir aber unseren Weg aus den Augen und irren durch den Wald, der an dieser Stelle nicht nur matschig ist, sondern auch von umgestürzten Bäumen nur so übersät ist. Pauli nutzt die Gelegenheit und baut in seinen Spazierweg eine kleine Jagdszene ein. So rennt der kleine Mann über Stock und Stein, über Baumstämme und durch jeden nur erdenklichen Matsch. Dank Jöttes vollem Einsatz haben wir den Burschen aber nach recht kurzer Zeit wieder. Aber Kraft hat die Aktion gekostet. Und genau die brauchten wir für den nächsten Part unserer Tour. Jetzt geht es richtig zur Sache und ich weiß nicht genau, wie ich den Grad der Wanderung beschreiben soll, denn wir haben kaum eine Möglichkeit zum Fotografieren gehabt. Die Hände waren belegt mit Ästen Stämmen, an denen wir uns festhalten mussten, um Hänge hinaufzuklettern. Hänge, die wir dann auch wieder seitlich hinunterrutschen. Immer auf der Hut, nicht in ein Matschloch zu fallen oder sich gar etwas zu brechen und reißen. Es klappt fast. Die Matschlöcher haben wir nicht ausgelassen…

Alles andere ist Gott sei Dank nicht eingetroffen! Wir verlassen den Wald über eine Weide, die an einen Weg grenzt. Ein Weg, wir sind überglücklich und können es kaum fassen. Nach einigen Metern wird dieser Weg aber von einem Hund bewacht wird, der uns keine Chance zum Passieren lässt. Wir schlagen uns wieder über eine Weide und haben Asphalt unter den Füßen.

Nach Stein am Rhein sind es jetzt noch rund sieben Kilometer, die wir sehr gut meistern. Heute sehen wir den Ort dann in Sonnenschein, auch eine interessante Erfahrung.

Dienstag

Wir stehen heute viel früher auf als sonst, müssen uns vom Wecker wecken lassen, denn heute ist Reisetag! Wir wollen noch einen Abstecher nach Heidelberg (269 km) machen, bevor wir uns wieder in den Alltag begeben. Es ist wieder sehr trüb und kalt und da fällt uns der Abschied nicht schwer. Das soll aber nicht bedeuten, dass uns das Wetter den Urlaub verdorben hat. Heidelberg beziehungsweise den Campingplatz Haide in Neckargemünd erreichen wir gegen 15 Uhr. Jetzt haben wir auch die größten Steigungen hinter uns und können auf der Fahrt morgen unser Auto ein bisschen schonen. Wir überlegen ernsthaft, ob wir uns campingmäßig in Richtung Wohnmobil verändern, sind aber von den roten Umweltplaketten bei den Fahrzeugen, die wir uns leisten könnten nicht überzeugt.

Der Campingplatz liegt direkt am Neckar und wir dürfen trotz Mittagspause den Platz befahren und uns eine schöne Stelle aussuchen. Gleich fällt uns auf, dass man den Verkehr auf der gegenüberliegenden B 37 sehr gut hört und wir hoffen, dass er über Nacht etwas nachlässt. Duschen kostet auch hier viel Geld und das Vergnügen ist leider nicht beheizt. Nicht ideal für diese Jahreszeit. Die Betreuung ist aber sehr nett und wir fühlen uns wohl.

Zu unserer Überraschung ist in Heidelberg Frühling. Es ist warm, Menschen sitzen draußen in Cafés und trinken ihren Kaffee. Die Temperatur liegt mit 10° C etwa beim Zehnfachen von der, bei der wir heute Morgen aufgewacht sind. Leider müssen wir uns hier nach kurzem Schlendern durch die Heidelberger Innenstadt von Jötte verabschieden, weil sie krank ist.

Den Abend verbringen wir im Internet auf verschiedenen Autosuchseiten.

Mittwoch

Nach einer guten Nacht – zumindest habe ich das so empfunden, die Straße habe ich nicht gehört – erwachen wir am nächsten Morgen, um unsere Sachen zu packen und uns auf die restliche Heimreise (245 km) zu machen. Es bleibt noch ein bisschen Zeit für einige Fotos. Dem sorgfältigen Betrachter fällt auf: das Sonnenintermezzo von gestern war wohl ein Versehen. Es ist auch wieder kalt…

©KS2013

3 Kommentare

  1. Ja, genau so war es. Wir hatten eine sehr schöne Zeit mit euch! Liebe Grüße von Jötte

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  2. „…ob wir uns campingmäßig in Richtung Wohnmobil verändern…“ Dann sind Umwege das Ziel:-)) Gruß von Jötte

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  3. Hallo Ihr zwei,
    erst einmal frohe Ostern. Der Herr ist auferstanden! Ihr habt ja echt einen schönen und spannenden Urlaub gehabt. In Stein am Rhein waren wir vor ein paar Jahren auch schon einmal. Das ist echt ein schönes Städtchen. Wir waren über Ostern auf einer CVJM-Freizeit in Altenstein in Oberfranken. Das war auch sehr schön. Martha und Theo waren stolz darauf, im Hochbett schlafen zu dürfen.
    Beste Grüße aus Marburg
    Gernot

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