Should we stay or should we go?

von | Okt 3, 2017 | ohneumweg-unterwegs | 2 Kommentare

… oder wenn das Wetter einen Strich durch die Rechnung macht!?

Freitag

Kurz vor den Sommerferien haben wir die beweglichen Ferientage festgelegt. Überraschenderweise soll kurz nach den Sommerferien und kurz vor der Herbstpause ein langes Wochenende vor dem Tag der Deutschen Einheit stattfinden. Nachdem Rainer auch einen Brückentag nehmen konnte, war uns klar, dass wir eine Tour mit dem Cookie unternehmen. Lange ist uns klar, dass es die letzte Tour in diesem Jahr sein könnte, weil die Herbstferien sehr spät sind in diesem Jahr. Ein Ziel finden wir nach einigem Hin und Her recht schnell und es gibt sog eine Alternative: Koblenz oder Maastricht. So beschäftigen wir uns seit Wochenbeginn mit diversen Seiten der Wettervorhersage. Man kann noch einmal gucken, welcher Anbieter das bessere Wetter macht. Alle Anbieter zeigen allerdings alle den gleichen Trend: Regen! Viel Regen. Ergiebiger Regen. Der Regenradar lässt uns verzweifeln. Kein Spaß um diese Jahreszeit, auch wenn die Temperaturen gerade noch einmal in die Höhe klettern. Selbst Hamburg, Elsass oder der Raum Frankfurt soll im Regen ertrinken. Lediglich der Sonntag soll wettermäßig heraus scheinen. Dumme Verteilung: Regentag – Sonnentag – Regentag :( (Änderungen vorbehalten). Dazu sollen einige Böen das Erscheinungsbild verfeinern. Ausläufer des Hurrikan Maria.

Samstag

Der Tag der Entscheidung ist gekommen. Von Pauli werden wir gegen acht Uhr geweckt. Bis zu unserem Ins-Bett-Gehen war es noch trocken und irre warm. Selbst bei der letzten Paulirunde hat ein T-Shirt gereicht uns wir haben uns ein Eis zum Nachtisch geholt. Jetzt ist er da, der angekündigte Regen. Nicht so stark wie erwartet, aber es reicht, um bei der anstehenden Paulirunde richtig nass zu werden.

Die Entscheidung fällt dennoch positiv aus. Wir fahren noch gegen Abend! Es geht über Lahnstein und Urmitz nach Andernach. Wir fahren durch trostloses Wetter. Es regnet die ganz Fahrt über. Als wir aber in Andernach aus dem Auto steigen, hört der Regen auf.

Der Stellplatz am Rheinufer liegt direkt gegenüber der Weinberge in Leutesdorf. Hier haben 70 Wohnmobile Platz und es gibt die Möglichkeit der Ver- und Entsorgung ist gegeben. Zu den 7 Euro Stellplatzgebühr (zu bezahlen bei der netten hundeliebenden Platzwartin, die zweimal am Tag vorbei kommt) kommt noch 1 Euro für 1 kWh Strom (Strom gibt es leider nicht für alle Stellplätze) und 1 Euro für 100 Liter Wasser. Der Platz kann den ganzen Tag angefahren werden und er ist das ganze Jahr über geöffnet. Hunde sind inklusive. Interessant ist die Stellordnung: direkt am Rhein stehen natürlich alle so ausgerichtet, dass sie auf den Fluss sehen können. Dahinter allerdings steht man wie man will. Manche versuchen sich an ehemaligen Parkplatzmarkierungen für PKWs zu orientieren, aber das klappt nur bedingt. Irgendwann steht man kreuz und quer. Hat auch was. Morgens um 8 Uhr kommt der Brötchenwagen. Trotz Bahnschienen auf der anderen Rheinseite relativ ruhiger Platz.

 

Andernach ist der Ort, von dem aus ich meinen Vater einmal um eine kikirettende Sofortmaßnahme gebeten habe. Kurz nach dem Studium habe eine Radtour von Waldesch nach Köln unternommen, um meine Schwester und eine Freundin dort zu besuchen. An einem Tag bin ich hingefahren, bin einen Tag geblieben und habe mich dann wieder auf den Rückweg gemacht. Bis Andernach war ich auch guter Dinge. Dann aber hat sich in meinen Gedanken der Anstieg nach Waldesch vor mir aufgetürmt und ich glaube, ich habe den Berg auch schon gesehen. Für mich eine nicht zu lösende Aufgabe. Zum Glück habe ich eine Telefonzelle gefunden – Handy war damals noch nicht – und habe meinen Vater erreicht. He was not amused. Aber seine Tochter bin ich immer noch und ich bin den Rest des Weges im Auto gefahren, das Fahrrad auch.

Wir bekommen um diese Uhrzeit den letzten Platz auf dem Platz. Und das auch nur deswegen, weil der Besitzer des Mobile neben uns es aufgegeben hat, für seinen Freund freizuhalten. Dieser ist leider mit seinem Auto nicht weit von hier liegen geblieben. Strom haben wir damit in der ersten Nacht aber nicht, was aber auch nicht stört. Mit Pauli machen wir eine kleine Runde durch den Ort.

Hier kann der Inhalt erstellt werden, der innerhalb des Moduls benutzt wird.

Zurück am und im Cookie können wir ein grandioses Schauspiel auf dem angrenzenden Busparkplatz beobachten: Tiefer gelegte Autos cruisen über den Platz. Halbstarke steigen aus, rennen über den Platz, steigen wieder in das Auto und fahren weiter. Man will gar nicht genau wissen, was da passiert.

Die Nacht ist gemütlich mit den dicken Winterdecken. Leise war es auch, obwohl der Platz direkt am Rhein liegt und sich unter dem Einfluss der Bahnlinien auf beiden Seiten des Flusses befindet. Auch die Halbstarken haben ihre Tätigkeit aufgegeben.

Sonntag

Der Himmel ist noch wolkenverhangen, aber die Sonne wagt sich leicht, ganz leicht hindurch. Vor dem Frühstück noch parken wir das erste Mal um. Wir haben die Chance auf Strom. Nach dem Frühstück nehmen wir einen weiteres Wechsel vor und bekommen jetzt einen Platz direkt bei den Stromsäulen, Das schont unser Kabel ungemein. Weiter wechseln wollen wir allerdings nicht, auch wenn eine Dame uns anbietet, direkt mit Blick auf den Rhein zu stehen. Genau das scheint des Campers größtes Glück zu sein: Das Stehen in der ersten Reihe. So wichtig ist es uns nicht. Außerdem kann man von unserer Position aus zwischen zwei Mobilen hindurch den Fluss sehen – von der Couch aus. Und beide können gucken! Allerdings kein Panorama.

Das Wetter wird immer besser und wie entscheiden uns zu einer kleinen Wanderung zu dem Geysir im Ortsteil Namedy. Wir laufen etwa eine dreiviertel Stunde am Rhein entlang. Leider können wir das Schauspiel nur getrennt bestaunen, weil Pauli auf dem Gelände nicht zugelassen ist. Für Hunde verboten!

Das besondere an diesem Geysir ist, dass es sich um den größten Kaltwassergeysir der Erde handelt. Etwa alle zwei Stunden schießt eine Fontäne 60 Meter nach oben, die von Kohlenstoffdioxid aus Vulkantätigkeit angetrieben wird. Ein beachtliches Naturschauspiel. Lohnt sich au jeden Fall!

Weiter führt uns unsere Tour in den Ort Namedy selbst. Hier gibt es eine kleine Burg mit gleichem Namen wie der Ort. Laut wikipedia ist sie eine zu einem Schloss ausgebaute Wasserburg aus dem 14. Jahrhundert. Auf diesem Grundstück sind Hunde erlaubt. Pauli kann also in vollen Zügen mit uns genießen ;)

Zurück in Andernach stärken wir uns mit einem Spaghettieis und lassen die Stadt auf uns wirken. Pauli macht sehr gut mit und erfreut unsere Mitmenschen. Seine Mithunde sind auch zum großen teil erfreut.

Die Stadt Andernach hat an Teilen der Stadtmauer und in der gesamten Stadt Nutzpflanzen angebaut. Die „Essbare Stadt“ dürfen Bürger und Besucher bestaunen und auch wirklich essen.

Die Weinberge in Leutesdorf auf der anderen Rheinseite gehören nicht zu der Essbaren Stadt ;)

Nach unserer Tour können wir noch ein bis zwei Stunden in der Sonne sitzen (viel mehr als wir erwartet haben!), bevor wir uns zu unserem Abendessen in der Schlossschänke auf den Weg machen.

Pauli ist voll und ganz im Urlaubsmodus, er ist sehr viel gechillter und lässt sich sogar ganz nah vor unserem Cookie – fast innen – von einer wildfremden Frau streicheln. Abends ist er müde und schläft tief und fest.

Die Stadt Andernach hat ein ein sehr schönes Programm, um Hundehalter daran zu erinnern, die Hinterlassenschaften ihres Vierbeiners zu entsorgen.

Montag

Heute morgen regnet es ein wenig. Das war auch so geplant. Wir wollen den Tag nutzen, um in Koblenz ein bisschen einzukaufen und uns die Stadt anzusehen. In unregelmäßigen Abständen zieht es mich in die alte Heimat, obwohl es selten etwas gibt, das mich von den Socken haut ;) Wir parken auf dem P&R-Parkplatz an der Kurt-Schuhmacher-Brücke und gehen zu Fuß in die City. nach etwa einer halben Stunde sind wir bereit zum Shoppen und in der Innenstadt angelangt. Nach einigen Socken, Hörbüchern und Schuhen steht noch etwas Kultur auf dem Programm.

An der Moselstaustufe in Koblenz gibt es eine Fischwechselanlage. Fische haben so die Möglichkeit, die Staustufe zu überqueren. Das habe ich noch nie gesehen.

Entlang der Mosel gehen wir wieder zu unserem Cookie zurück. In diesem Teil von Koblenz war ich noch nie. Auf dem Parkplatz findet Pauli den Cookie. Interessant zu sehen: er steht fast daneben, setzt aber seine Nase ein, um den Wagen zu finden!

Ein sehr schönes Wochenende! Wir sind froh, dass wir gefahren sind – entgegen aller Warnungen von diversen Wetterapps.

©KS2017

2 Kommentare

  1. mit Interesse haben wir den Reisebericht gelesen. Wir freuen uns mit Euch über Bilder und Anekdoten aus der alten Heimat. Die Erinnerung an das Ereignis der Fahrradtour nach Köln sollte aber doch zum Nachdenken reizen, warum Dein Papa über das Abholen aus Anderach nicht so sehr amüsiert gewesen ist.

    Viele Grüße
    Mama und Papa

    Antworten
    • Ich ergänze: er war verständlicherweise not amused, weil er eigentlich einen anderen Programmpunkt am Abend hatte.

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