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Silvester auf dem Ponyhof

Um den Kreis des Jahres zu schließen – das ist wichtig für die innere Balance – fahren wir gegen Jahresende wieder gen Norden und besuchen Susanne und Markus auf Hof Lille Skat. Wann wir diesem Kreislauf wieder entfliehen können, ist die Frage. Wahrscheinlich geht es nur, wenn wir ein Jahr auf die Balance im Inneren verzichten. Aber wer will das aushalten? Mal sehen, steht für dieses Jahr nicht an. Darüber können wir uns zu gegebener Zeit Gedanken machen. Wir meint, dass Paddy wieder in seine Ferienwohnung einzieht. Nur für die paar Tage.

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Einen Tag früher als ursprünglich geplant geht es los. Nur noch mal eben schnell Paddy abgeben, dann Weihnachtsgeschenke zu den Jungs bringen. Wir machen sie unendlich glücklich. Da ist von den 3 ??? über Playmobil bis zu einer Schalke-CD alles drin! Von dem letzten Geschenk hat die ganze Familie etwas, weil der große Bruder – Fan des 1. FC Köln – sofort klar stellt, dass diese  nicht im Kinderzimmer gehört wird. Schließlich geht es auf die Bahn. Nach einigen Umfahrungen kommen wir fast nachts in Strübbel an. Begrüßt werden wir als erstes von Felix und Smilla. Auch Pauli. Ob da die Wurzel des Problems liegt, können wir im Nachhinein nicht mehr sagen, nur vermuten. Es ist nur so, dass Pauli und Smilla sich nicht vertragen. Also Pauli nicht mit Smilla. Er lässt sich nicht an sich heran und wird in den nächsten Tagen sämtliche Spielaufforderungen teilweise auch extrem vehement ablehnen. Das haben wir so bei ihm noch nicht erlebt. Liegt vielleicht an der einmalig stürmischen Begrüßung. Obwohl beide die Möglichkeit hatten, alles auszudiskutieren. Wenn wir uns alle zusammen in einem Raum aufhalten wollen, gibt es für Pauli nur zwei Möglichkeiten, um 2015 auch noch sicher zu erleben: Schlafkiste aus der Welpenzeit, die wir vorsorglich dabei haben, und Maulkorb. Auf dem Hof stellt sich das Problem nicht in der Form. Es ist genug Platz für alle. Wir dürfen uns nur nicht zusammen in der Stallgasse aufhalten. Aber das lässt sich einrichten.

Am nächsten Tag (zur Orientierung, es ist der 29. Dezember – Rainer ist jetzt schon zwei Tage 46 Jahre alt, man merkt das aber nicht…) machen Rainer, Pauli und ich eine Shoppingtour. Erst geht es zu den großen Discountern, um Zutaten für das Raclette am Silvesterabend und drumherum zu kaufen. Dann laufen wir einmal die Fußgängerzone in Heide und Büsum hoch und auch wieder runter. In Büsum landen wir im historischen Hafen. Sehr nett. In einem Buchladen kaufe ich mir den schon erwähnten Kalender :)

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Abends kommt die Tochter von Susanne und Markus mit ihrem Freund. Weiterer Silvesterbesuch.

Am nächsten Morgen heißt es Aufstehen in aller Frühe. Wir wollen nach Sankt Peter-Ording an den Strand. Die Hunde sollen die Möglichkeit haben, sich am Strand kennen zu lernen. Neutrales Gebiet. Niemand hat Besitzansprüche. Mit von der Partie ist auch Mats. Mit ihm und seinen Menschen werden wir auch Silvester feiern. Es kommt auch fast zu einem Spiel, aber dann wird Pauli aus Versehen – wirklich! – von Smilla überrannt und die bisher gehegte Skepsis taucht wird auf. Der kleine Mann kommt nicht aus seiner Haut. Hin und wieder traut er sich, den großen Hunden etwas hinterher zu laufen und in ihr Spiel einzusteigen. Es hat den Anschein. Aber dann dreht er sich nach mir um und ruckzuck ist er wieder in meiner Nähe. Das folgende Foto, das auf dem Weg zum Auto entstanden ist, verlangt ihm sehr viel ab. Sourverän gemeistert. Ich habe ihn nach dem Shooting als ersten abgerufen.

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Am Nachmittag wollen Rainer, Pauli und ich wandern. Unser Ziel ist Tönning an der Eider. Nach etwa zwei Stunden Fußmarsch – es ging eigentlich immer nur geradeaus, rechts Schafe, links Felder – kommen wir an und orientieren uns.

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Wir sind das dritte Mal in der Stadt. Ich erinnere mich an einen Sommerurlaub und daran, dass wir am Markt in einem Café gesessen haben. Eigentlich ganz nett. Nachdem wir einen Geldautomaten gefunden haben, lotse ich uns dorthin. Rainer fragt, ob Hunde den Innenraum betreten dürfen. Die Besitzerin erlaubt dies und sieht in Pauli direkt einen Spielgefährten für ihren Gino. Da das Café zu klein für spielende Hunde ist, schickt sie Gino  wieder weg. Der weiße Pudel mit schwarzem Pullover trollt sich. Die Strasssteinchen darauf funkeln. Unsere Jacken hängen wir über die Lehnen unserer Stühle. Sofort ist die Wirtin zur Stelle und bittet uns, dies zu unterlassen. Sie stellen eine Stolperfalle für sie dar. Rainers Stuhl steht direkt am Fenster. Meiner an der Wand. Ich frage mich, wo sie überall herumlaufen möchte und stelle mich auf ein bisschen Hektik ein. Eine Karte scheint nur mündlich und im Kopf der Inhaberin zu existieren. Uns werden verschiedene Torten aufgezählt, aus der wir die Friesentorte wählen. Dazu eine Kanne Tee. Während die gute Frau unsere Speisen zubereitet, betreten noch weitere Gäste den kleinen Gastraum. Jetzt hat sie wirklich alle Hände voll zu tun. Denn neben dem Vorbereiten der Speisen muss sie auch bei den neuen Gästen darauf achten, dass diese keine Stolperfallen aufstellen und dass die Haustür ordnungsgemäß geschlossen wird. Dabei kann sie froh sein, dass nie vier Personen zusammen kommen, denn sonst wäre kein Platz mehr für die Jacken. Dennoch schafft sie es, jedem Gast seine Bestellung zu servieren. Nebenbei erklärt sie den Anwesenden, dass sie sich bald wieder in der Winterschlaf begibt, weil es sich für die „paar Leutchen“ nicht lohnt. Die Betriebskosten seien zu hoch. Weil die Gäste über die Terrasse das Café betreten, beheizt sie die Terrasse mit. Draußen sitzen kann man aber nicht, die Möbel stehen in der einen Toilettenkabine.

Am letzten Tag des Jahres entdeckt Pauli während seines morgendlichen Gangs (wir geben nicht auf, dass die Hunde sich aneinander gewöhnen und laufen mit ihnen mehrere Runden über die Wiesen. Pauli und Smilla kommen selbstverständlich mit. Felix legt sich nach der ersten Runde auf die Wiese und beobachtet von dort das Geschehen) über den Hof die Stallkatze Ronja. Großes Hallo! Sie ist natürlich schneller, unser kleiner Terrier aber angespitzt!

Am frühen Nachmittag bekommt Pauli die Gelegenheit nur mit Felix auf der Weide zu spielen und dort ist Pauli wieder Pauli. Erlöst von seiner Leine fordert er Felix direkt zum Spiel auf. Leider reagiert dieser nicht. Spiele mit Susanne machen aber auch große Freude ♥

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Heute Nachmittag steht ein weiteres Café auf dem Programm: Gartencafé Süderdeich. Rainer, Pauli und ich laufen und wollen uns dort mit Susanne und Markus treffen. Ziel ist es, dass der kleine und müde ist und zufrieden in seiner Kiste liegen kann, während wir essen. Die Wohnung wird voller Hunde sein.

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In diesem Café stimmt einfach alles. Obwohl wir ganz kurz vor Schluss ankommen und der Gastraum schon für eine private Feier hergerichtet ist, werden wir noch bedient. Freundlich bedient. Unsere Jacken dürfen wir hinlegen wo wir wollen – alles haben wir aber nicht ausprobiert.

Wieder in Strübbel auf Hof Lille Skat haben wir noch ein bisschen Zeit, das Raclette vorzubereiten. Dann kommt Mats mit seinen Menschen. Ein gemütlicher Abend – erst an der Feuertonne (um das Bronxfeeling ein bisschen herzustellen) – beginnt. Eigentlich essen wir die ganze Zeit. Gefühlt. Die Stimmung ist gut.

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Wie man das so macht, stoßen wir um null Uhr an, wünschen uns ein „Frohes Neues“ und sind guter Dinge. Dann geht es für einen großen Teil nach draußen, um dort die Feier zu beenden. Tatsächlich, unsere Feier ist schon um kurz nach zwölf beendet. Die wenigen Menschen, die um uns herum wohnen, begrüßen das neue Jahr mit Knallern. Ist nunmal so. Smilla ist so verwirrt, dass sie den Hof verlässt. Als sie um kurz ach halb zwei immer noch unterwegs ist und auch schon eine Suche mit dem Auto nichts gebracht hat, machen wir uns mit Pauli auf den Weg. Der kleine Mann weiß  nicht, wie ihm geschieht. Eine große Runde hatte er am Tag schon hinter sich und eigentlich ist es Zeit zu schlafen. Stattdessen zieht er mit uns durch die leeren Straßen und hört uns immer wieder nach dem Hund rufen, mit dem er große Probleme hat. Hin und wieder lassen wir ihn an Smillas Spielzeug schnüffeln und an einer Stelle nimmt er ihre Spur tatsächlich auf, verliert sie aber auch wieder. So kehren wir nur mit einem Hund um kurz nach drei zurück.

Als wir am nächsten Morgen aufwachen, ist Smilla wieder da. Sie wurde im Nachbarort gefunden. Gott sei Dank. Keine Verletzungen oder andere Schäden zu erkennen. Nur müde ist sie. Aber damit kann man leben.

Der Neujahrstag insgesamt ist müde. Das Wetter ist schlecht. Es wird gar nicht richtig hell. So gesehen kein guter Start ins Jahr. Aber das Wetter ändert sich ja ständig. Ein Trost ;) Ein schöner Urlaub – trotz allen Widrigkeiten…

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Auf der Rückfahrt spielen wir bei den Kindern meines großen Bruders das letzte Mal Weihnachtsmann für diese Saison. Die Kinder sind begeistert. Und wir auch :) Paulis Lernziel während diesen Boxenstopps ist: ich gehe mit einer Familie und kleinen Kindern spazieren und respektiere diese neben mir. Es hat geklappt. Allerdings haben wir ihn entwaffnet. Aber immerhin. Er hat sie nicht angebellt oder sonstiges. Erleichterung!

© 2015 KS

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