Silvester voll ver*Strübbel*t

von | Jan 4, 2014 | Mein Hundeleben, ohneumweg-unterwegs | 1 Kommentar

Kurz nach dem Weihnachtsfest (das uns übrigens immer wieder eine volle Bude beschert hat) fahren wir mit dem Cookie in den hohen Norden. Ich kann es kaum glauben, aber wir machen tatsächlich auch Wintercamping. Ich habe für die Aktion einen Schlafsack genäht und ein Mäntelchen gekauft bekommen. Mäntelchen!

Ich glaube, ich spinne. Ist nachts aber gar nicht so verkehrt, denn wir bewegen uns neun Meter unter dem Meeresspiegel und nur knapp über dem Gefrierpunkt. Weil es so kurz nach Weihnachten ist, haben wir auch noch ein bisschen Weihnachtsdeko im Cookie. Das macht es ein bisschen heimeliger. Mit sieben großen Menschen, vier kleinen Menschen, zwei Hunden, fünf Pferden, zwei Katzen (so sagt man), meinem Rainer und meiner Kiki werde ich nicht nur Silvester feiern, sondern auch einige Tage hier verbringen. Manche sprechen von einer seltsamen Kommune. Hier ist ein Bauernhof ohne Bauern.

Die Gegend ist Koog und deswegen sehr matschig. Es steht viel Wasser auf den Flächen und für einen Stadthund ist es sehr gewöhnungsbedürftig. Ich bin doch so sehr auf Sauberkeit und mein weißes Fell bedacht.

Leider habe ich oft eine Auszeit im Cookie, weil mein Verhalten kleinen Menschen gegenüber fraglich ist, um es einmal vorsichtig auszudrücken. „Wir müssen da noch mal ran“, sagt meine Kiki. Ich bin sehr gespannt, was das genau heißt. Wir haben hier ein buntes Programm.

Morgens helfe ich oft kurz im Stall. Gucke, ob alle Pferde noch da sind und ob deren Äpfel noch die gewohnte Qualität haben. Die Pferde lassen sich von mir nicht beeindrucken. Ich habe hin und wieder ein bisschen Angst vor ihnen.

An einem Tag gibt es einen Pferdetrack um die Windräder herum. Große Windradrunde. Bis wir aber loskommen, müssen alle Pferde erst mal geputzt und gekämmt werden. Dann bekommen sie einen Teppich auf den Rücken, Schnüre ins Gesicht und kleine Menschen auf den Rücken. Alle großen Menschen müssen laufen. Die Hunde auch. Und rennen. Der Wind ist eisig, aber die Sonne scheint und das ist gut so.

An einem anderen Tag behauptet meine Kiki, dass es gut ist, wenn ich sehr müde bin und wir machen eine Wanderung. Sie will, dass ich Silvester verschlafe. Das passiert nicht, aber ich bin abends echt müde. Wir laufen und laufen und machen nur eine kleine Pause, weil es bald wieder dunkel wird. Das liegt am Winter und daran, dass der Tag hier immer erst so spät beginnt. Mein Rainer und meine Kiki trinken einen Kakao im Koog-Café. Mit einer Frau unterhalten sie sich über mich. Darüber, dass ich so lieb bin. Die Menschen haben unterschiedliche Ansichten über mein Verhalten. Gerade als ich mir unter dem Tisch ein kleines Plätzchen scharre, stehen mein Rainer und meine Kiki wieder auf und wir gehen den ganzen langen Weg wieder zurück. Abends machen wir ein Schreispiel. Die Menschen schreien sich irgendwelche Begriffe an den Kopf. Völlig ohne Zusammenhang und Verben und Adjektive. Sehr komisch. Ich bleibe entspannt. Wird schon alles werden. Wahrscheinlich sind sie einfach nur ein bisschen müde und es ist ihnen alles ein bisschen viel.

Wieder ein Tag später: Wir fahren mit fast allen nach St. Peter-Ording. Alle Hunde sind in einem Kofferraum und die Hinfahrt finde ich gar nicht mal so gut. Aber wir verstehen uns. Jeder hat seinen Platz, sogar die großen Gummistiefel. Strand. Hier können Felix, Eddy und ich laufen und laufen und toben. Das macht großen Spaß. Wir toben im Watt. Und endlich kommen wir drei auch einmal zum Spiel. Das Wasser ist weit draußen. Ganz viele andere Menschen sind noch im Watt und Drachen. Drachen belle ich an. Die mag ich nicht.

Dann machen mein Rainer und meine Kiki eine Drei-Städte-Tour: Tönning, Friedrichstadt und Husum. Nicht ganz so spannend wie die anderen Tage, aber auch gut. Und man muss das ja auch mal gesehen haben. In den Städten ist recht wenig los. Das Wetter ist grau in grau.

Ein schöner Silvester-Wintercamping-Urlaub!

©KS2014

1 Kommentar

  1. vielen Dank für die beeindruckenden Bilder und für die aufschlussreichen Kommentare.
    Ein Winterurlaub ist sicherlich gewöhnungsbedürftig, insbesondere dann, wenn die besichtigten Städte grau in Grau sind. Das ist aber auch zutreffend, da Ihr „Husum, die graue Stadt am Meer “ (Theodor Storm) besucht habt.
    Viele Grüße und erholt Euch und wärmt Euch wieder im klimatisierten Rheinland auf.
    Mama und Papa

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