Tour de Frankreich

von | Jul 25, 2015 | ohneumweg-unterwegs | 0 Kommentare

Und wieder fuhren wir in den großen Ferien nach Frankreich. Dieses Mal aber in den äußersten Osten. Wir starteten unsere Tour im nördlichen Elsass, ohne zu wissen, welche Städte und Gegenden folgten. Inmitten der großen Hitzewelle des Sommers fuhren wir an einem Samstag Anfang Juli für unsere Verhältnisse recht früh am Tag los. Es war so gegen elf Uhr. Unsere erste größere Pause legten wir nach vergleichsweise wenigen Kilometern ein. Kurz vor dem Rastplatz Hochwald West an der A1 beim Einfahren in eine Baustelle schaukelte das Auto und wir nahmen ein sehr merkwürdiges Geräusch unter unserem Auto wahr, im Anschluss daran war es nur noch laut. Der Kenner wird jetzt nicken, weil er weiß, welche Ursache dieses Geräusch nur haben kann. Richtig, der Auspuff war gerissen. Und zwar einmal rundherum.

Zum Glück fanden wir einen Schattenplatz und es dauerte auch nur eine Stunde bis der gelbe Engel kam und eine kleine Notreparatur vornahm. Wir waren wieder fahrbereit :) Und der Urlaubsbeginn war erst einmal gerettet. Nach dem Wochenende wollten wir eine Werkstatt aufsuchen, die uns den Auspuff schweißt, damit weiteren Zielen nichts im Wege steht.

An unserem ersten Ziel – Saverne – wurden wir bereits erwartet und an dem unüberhörbaren Motorgeräusch unseres Cookies direkt erkannt. Der Campingplatz Les Portes d’Alsace liegt außerhalb des Stadtzentrums sehr ruhig – wenn auf dem Nachbargelände nicht gerade eine Sportveranstaltung stattfindet. Leider gab es – zumindest  zu unserer Zeit – kein heißes Wasser – auch nicht zum Spülen.

Es war sehr warm, um nicht zu sagen heiß. Um nicht kompett in der Sonne zu braten, wanderten wir mit unseren Stühlen und Tischen immer dem Schattten nach. Nur gut, dass wir mit unseren zwei Mobilen auch zwei Plätze hatten, wo immer mal wieder Schatten zu finden war.

Von hier aus unternahmen wir nur Radtouren, um zumindest den Fahrtwind spüren zu können. Pauli fuhr im Körbchen mit. Dieses Bild sorgte immer wieder für amüsierte Blicke. Allerdings waren diese Touren von großem Gejaule bestimmt, weil der kleine Terrier nicht die Kontrolle über alle Teilnehmer hatte. Je länger wir fuhren, desto mehr ließen die unangenehmen Töne jedoch nach. Unbeteiligte haben gewiss gedacht, dass wir den kleinen Mann ins Jenseits befördern. Die erste Tour führte uns nach Lutzelbourg (21 Kilometer hin und zurück). Immer am Rhein-Marne-Kanal entlang Richtung Westen. Zumindest gefühlt. In Lutzelbourg suchten wir vergebens nach einem Kaffee, einer Kneipe oder einem Restaurant. Keine Chance. Lediglich mit kaltem Wasser und Eiswürfeln aus einem Privathaus wurden wir netterweise versorgt.

Die zweite Tour von Saverne aus ging für manche von uns direkt ins Paradies nach Dettwiller. Schuhe mit und ohne Senkel, im Angebot und regulär, im Haus selbst gefertigt und Massenware aus aller Herren Länder. Während sämtliche Mitfahrer sich mit neuer Fußbekleidung eindeckten, guckten Pauli und ich nur. Mit wurde wieder neu bewusst, dass ich keinen Schuhtick habe. Es tickt ziemlich viel in meinem Kopf, aber nichts für Schuhe!

An diesem Tag wurde auch unser Auspuff geschweißt. Nur semiprofessionell, wie sich an unserem zweiten Campingplatz herausstellen sollte. Dazu fuhr Rainer gefühlt mitten in der Nacht verschiedene Werkstätten an. Teilweise verfügten sie über kein Schweißgerät. Zumindest wurde es so kommuniziert. Eine letzte Werkstatt jedoch stellte hr Gerät nicht nur zur Verfügung, sie nutzen es auch!

Nach drei Nächten fuhren wir weiter nach Barr, einem kleinen Örtchen weiter südlich. Kleine und enge Straßen sowie viele geschlossene Läden – abgesehen von der Grand Rue – prägten das Stadtbild. Der kleine Campingplatz Camping Les Relets du Mont Sainte Odile lag etwas außerhalb bergauf.

Insgesamt einfach gehalten aber sehr nett angelegt. Immerhin gab es hier heißes Wasser, wenn es zum Duschen auch nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Die Temperaturen waren immernoch sehr hoch. Die Luftfeuchtigkeit auch. Schwül.

Während der Fahrt nach Barr wurde die semiprofessionelle Reparatur unseres Auspuffs deutlich. Er wurde zwar geschweißt, auf dem Bild oben ist das ja sehr gut zu sehen. Problem war nur, dass er nicht mehr in die Halterungen eingehängt werden konnten. Dadurch hing er recht locker unter dem Unterboden. Gefährlich locker. Glücklicherweise haben wir unsren Urlaub mit unserem Personal-Mechaniker geplant und führten ihn auch mit ihm durch. Nach kurzer Zeit waren wir wieder reisebereit – diesesmal für den Rest des Urlaubs :) DANKE!

IDen kleinen Ort erkundeten wir nach einer Gewitternacht zu Fuß. Über einen schönen Waldweg ging es quasi immer bergab. Allerdings nur in die eine Richtung. Die Hauptstraße bot einige kleine Cafés oder andere Lokalitäten, in den Nebenstraßen jedoch waren viele Geschäfte für immer verschlossen oder aber auch nur temporär – aus unerfindlichen Gründen.

Unsere dritte Station führte uns über Colmar

in die Vogesen nach Xonrupt-Longemer direkt an den Lac de Longemer. Den Col de la Schlucht passierten wir in unserem Cookie problemlos. Der Campingplatz Camping Les Jonquilles lag direkt am erfrischend kalten See. Hier nutzen Rainer und ich die Gelegenheit, das erste Mal gemeinsam schwimmen zu gehen. Leider nur kurz. Aber ein Anfang war gemacht!. Xonrupt selbst bot nicht sehr viel. Der Campingplatz hatte kein warmes Wasser, aber dafür einen wunderschönen Blick auf den See und die umgebenden Berge. Die Temperaturen meinten es besser mit uns. Daher waren eine Fahrradtour nach Gérardmer und zwei Wanderungen auf den angrenzenden Berg möglich.

Gèrardmer beindruckte nicht nachhaltig. Abgesehen von dem Trödelkönig, der einen Teil seines Trödels gegen Pauli eintauschen wollte. Keine Chance! Die Fahrradtour gehörte zu jenen, die man nicht gerne macht, weil die Hintour nur bergab ging. Genau diese Strecke mussten wir dann wieder hinauf… Pauli im Körbchen machte das für mich nicht unbedingt einfacher. Aber wir wissen ja alle, dass das Leben kein Ponyhof ist. Noch nicht einmal ein Urlaub.

Die Wanderungen an den folgenden Tagen hinterließen bei uns gedanklich mehr Spuren. Steil bergauf und bergab, über kleine Geröllfelder mit und ohne Seilhalterung. Schön schattig und wenig bewandert. Insgesamt 11,4 km mit einer wunderschönen Aussicht über den Lac de Longemer und der überaus beeindruckende Boule du Diable.

Sichtlich erschöpft ist der kleine Mann. An dieser Stelle muss ich mal die neue Leine der Firma Ruffwear loben, die ich eigentlich zum Laufen gekauft habe. Auch zum Wandern ist sie ideal, weil ich dadurch beide Hände frei habe. Gerade bei Bergab-Laufen hilft es mir, die Balance zu halten. Nur zu empfehlen!

Die Tour um den Lac de Lispach mit 16,8 km war noch beeindruckender und anspruchsvoller, aber noch nicht an den Grenzen :) Leider haben wir bei dieser Tour unsere Kamera vergessen. Daher bleiben die Bilder von dieser – für mich schönsten – Wanderung nur in meinem Kopf.

Nach insgesamt vier Nächten verließen wir die Vogesen mit ihren wunderschönen Bergen. Es ging wieder gen Norden. Wir blieben in Lothringen und fuhren nach Rhodes am Etang du Stock. Auf einem kleinen Campingplatz Camping de Rhodes verbrachten wir die folgenden beiden Nächte.

Dieser Platz wurde von uns als der schönste Platz auserkoren. Wenn er auch keine besonderen Features bot. Vielleicht auch gerade deswegen. Es war ruhig wir hatten Seeblick und es war schön. Die Berge allerdings fehlten…

Hier fuhren wir wieder Fahrrad. Eine kleine Tour in die nächstgrößere Stadt, nach Sarrebourg. Es ging trotz fehlender Berge deutlich bergauf und bergab.

Ein bisschen Sorgen machte uns Pauli an diesem Standort. Der kleine Mann hatte sich etwas eingefangen und legte eine Magen-Darm-Pause ein. Wahrscheinlich hatte er große Schmerzen, was uns den Schlaf und auch die uneingeschränkte Freude raubte. Daher war der nächste Ort für uns auch nicht nur Erholung. Aber nicht nur deswegen. Es war wieder einer dieser heißen Tage, an denen wir in Metz campierten. Auf dem Campingplatz direkt an der Mosel ließ es sich gut aushalten. Er bot das genaue Gegenteil zu unserem letzten Campingplatz. Ein Kommen und Gehen und im Verhältnis mehr Trubel, für einen Campingplatz in der Großstadt aber immer noch ruhig und entspannt. Hier gab es viel zu sehen. Herausheben möchte ich den Fahrer eines Wohmobils aus einem unserer Nachbarländer, der etwa vier Runden um den Platz drehte, sich hinstellte, weiterfuhr, sich hinstellte und weiterfuhr. Seine Frau und der Hund hatten das Gefährt dann auch schon mal verlassen und sie hatte auch schon die Keile in der Hand. Aber der passende Platz wurde scheinbar nicht gefunden, um ausreichend Satelitenempfang zu haben.

In Metz stand Shopping auf dem Programm, was für uns eher in eine Pauli-Trage-Aktion ausartete. Wir hätten auch am Platz bleiben können, aber das wollten wir auch nicht. So trug Rainer den kleinen Mann durch die heiße Stadt.

In Metz wurde ich am frühen Morgen geweckt. Nicht etwa durch Straßenlärm oder dergleichen, sondern von einer sehr netten Wohnwagennachbarin, die ihren Kaffee samt Zigarette vor dem Gespann zu sich nahm. Grundsätzlich keine  schlechte Idee, wenn da nicht die Entenfamilie gewesen wäre, die sie ihrem Hund Mit den Worten“Jetzt kommen die schon an den Wohnwagen. Guck mal da!“ gezeigt hat. Der kleine Vierbeiner reagierte wie zu erwarten: Er jagte. Die großen Enten flohen Richtung Wasser. Die Kleinen schafften es nicht und blieben verschwunden. Folge: Die Mama suchte ihre Kleinen laut schnatternd nahezu eine halbe Stunde! Nach genannter Zeit kamen sie unter einem Auto hervor und Mama freute sich.

Die letzten drei Nächte standen wir in Echternach – mitten in der Luxemburgischen Schweiz. Hier waren wir nahezu allein unter Belgiern. Besonders an diesem Platz waren die Hunde und Katzen, die Pauli viel Konzentration abverlangten. Dass Hunde zu Campern dazugehören, war ihm bekannt. Bei ihm selbst ist es ja nicht anders. Aber Katzen? Die Jack-Russel-Hündinnen unserer Nachbarn waren für ihn eine Augenweide. Bei uns lösten sie eher Erstaunen aus, als wir gesehen hatten, wie sie mit Besteck vom Tisch gefüttert wurden und zwei der vier Campingstühle nutzen durften. Paui durfte hier lernen, dasss Katzen zum normalen Leben dazugehören und die nicht zwingend als Jagdobjekt zu sehen sind. Auch das kleine Katzenbaby von Gegenüber hatte es ihm angetan. Ab und an sprang das Tierchen – angeleint – aus dem Auto und zischte über den Platz, um dann direkt wieder zu verschwinden.

Hier konnten wir wieder wandern. Schön schattig ging es durch die Schweiz.

Den wunderschönen, abwechslungsreichen und bewahrten Urlaub beendeten wir an einem Regentag. Genau richtig, um nach Hause zu fahren :)

©KS2015

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  1. Auf nach… | ohneumweg … denn der Weg ist das Ziel - […] Ladegerät durchgebrannt, 2014 in der Bretagne: Auspuff angerissen, 2015 auf dem Weg ins Elsass: Auspuff komplett gerissen . In diesem…
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