Bonn, ohneumweg-unterwegs
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Weihnachtsmarkt in Bonn…

… oder the same procedure as every year. Freitag vor Totensonntag, Ewigkeitssonntag oder dem letzten Sonntag im Kirchenjahr öffnet traditionell der Bonner Weihnachtsmarkt, um dann am besagten Sonntag – zwei Tage später – wieder zu schließen. Wir schaffen es erst am Samstag vor dem 1. Advent, kurz über den Markt zu laufen. Schlendern wäre übertrieben. Unsere eigentliche Mission sind Weihnachtsgeschenke. Wenn ich auf die vergangenen elf Jahre zurückblicke, kann ich nicht sagen, dass der Markt eine große Varianz aufweist. Inzwischen kommen sogar schon Gewohnheit und Sätze „Das kaufe ich dieses Jahr auf dem Weihnachtsmarkt“ auf. Das gibt eine gewisse Planungssicherheit, die in unserer schnelllebigen Zeit nicht zu verachten ist. Die meisten Stände haben sogar ihren festen Platz, da muss man sich gar nicht umgewöhnen. Der Stand mit dem sehr teuren aber teilweise handgearbeiteten Weihnachtsschmuck steht genauso an fester Stelle wie die Anbieter mit den Blechschildern, dem Senf oder handgemachten Seifen.  Immer wieder muss ich mich über den Stand mit dem Korbgeflecht und der großen Anzahl von Bürsten wundern, der natürlich auch seinen festen Standort hat. Neben all den wunderbaren Ständen mit Artikeln für den längeren Gebrauch gibt es natürlich hin und wieder Anbieter von Glühwein, Bratwurst, Backfisch, Glühwein, Punsch mit und ohne Ei, Reibekuchen, Glühwein, Pommes, Glühbier, kandierte Äpfel, Glühwein, Zuckerstangen und natürlich auch Glühwein.

Dennoch haben wir in diesem Jahr einen neuen Stand entdeckt. Vielleicht ist er aber auch das erste Mal dabei. Klein, unscheinbar und dunkel kommt er daher. Bei unserem Besuch werden wir aus dem Stand angesprochen, ob wir Bergkäse aus Österreich kaufen wollen. Irgendetwas kommt mir komisch vor und wir gehen weiter. Bergkäse…. Aus Österreich…. Wir kehren um. Und wieder spricht uns der Herr hinter dem Verkaufsthresen an. Bergkäse aus Österreich wird verkauft mit holländischen Akzent. Das ist es, was mich hat stocken lassen. Der Käse schmeckt hervorragend und wir schlagen zu und nehmen den mit 18-monatiger Reifezeit. Sehr zu empfehlen!

Der Markt scheint im Großen und Ganzen nach dem Motto stattzufinden: Never change an running system. Und damit hat der eigentlich schöne Markt mit großartiger Kulisse – Bonner Münster, Beethoven, Sterntor – für mich leider etwas an Zauber verloren. Wahrscheinlich geht das aber allen Märkten und allen Städte so und ein Markt in der Nachbarstadt kommt mir nur deswegen so aufregend vor, weil ich ihn nicht kenne.

© KS2017

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