Da, wo die Sonne aufgeht

von | Aug 5, 2018 | ohneumweg-unterwegs | 5 Kommentare

Unsere Sommertour in diesem Jahr startet nach dem Geburtstag meines Vaters in Marburg. Lange haben wir überlegt, wo es für uns hingehen soll. Die Sächsische Schweiz und die Mecklenburgische Seenplatte stehen zur Diskussion. Nach einigem Hin und Her entscheiden wir uns für den Nordosten. Um es gleich vorweg zu sagen: Dieses Jahr fahren wir wirklich in den Sommerurlaub! Eine lange Zeit ist der Sommer auch so, wie ich ihn gerne mag: tagsüber warm oder heiß und nachts kühl. Immer mal wieder ein kleiner Wind und im Schatten kann man sich wirklich abkühlen. Unser erster Stopp ist Ilsenburg im Harz. Eigentlich hatten wir vor, in Wernigerode das erste Mal zu halten, aber in der Stellplatz-App lesen wir, dass der Platz dort relativ laut sein soll. Wir wollen das nicht selbst überprüfen und entscheiden uns spontan um. 

Der Wohnmobilstellplatz im Ilsetal liegt am Rand der kleinen Stadt und ist ein guter Startpunkt für Wanderungen in der Region. Hier haben etwa 58 Wohnmobile Platz, die größtenteils auf Schotter stehen können. Richtig schön ist er nicht, aber dafür ist das Umfeld sehr ansprechend. Interessant ist, dass an den Platz angegliedert ein Outdoorladen ist. Sollte man also seine Wanderschuhe vergessen haben, kann hier ohne Probleme für Ersatz gesorgt werden. 

 Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 8,00 € für ein Wohnmobil und zwei Erwachsene

Hunde: kostenfrei, wir werden aber darauf hingewiesen, dass sie an der Leine geführt werden müssen.

Kurtaxe: 2,50 € pro Person, dafür dürfen wir aber die Buslinien im gesamten Kreis kostenlos nutzen. 

Strom: 1 kWh kostet 0,50 €

Versorgung: 100 Liter Wasser kosten 1,00 €

Entsorgung: kostenfrei 

Toilette/Dusche: gegen Gebühr 

Bezahlung: bar

Campingverhalten: erlaubt

Brötchenservice: bis auf montags möglich

Reservierung: an Feiertagen möglich 

WLAN: nein

Nach einer kleinen Kaffeepause und Sonnetanken sehen wir wir uns in dem kleinen Ort etwas um. Ilsenburg ist nett – ohne die kleine Schwester von … zu sein. Wir beschließen, zwei Nächte zu bleiben und wollen morgen eine kleine Wanderung machen. Ilsenburg hat etwa 9500 Einwohner und ist idealer Ausgangspunkt, um den Brocken zu erwandern. Davon sehen wir aber ab. Wir wollen es direkt am Anfang unseres Urlaubs nicht übertreiben. 

Schloss Ilsenburg

Forellenteich

Unsere Wanderung führt uns stattdessen ein Stück an der Ilse entlang und später in die Berge hinauf. Zum Glück laufen wir den größten Teil des Weges durch den Wald und sind so vor der Sonne geschützt. An der Paternosterklippe legen wir eine kleine Pause ein. Das Gasthaus Plesselburg liegt etwa auf halber Strecke und wäre ideal für ein kühles Getränk. Leider hat es am Montag Ruhetag. In den Nichtsommermonaten zusätzlich am Dienstag. Schade. Wir halten uns von dort  in Richtung der oberen Ilsefälle und gehen den Heinrich-Heine-Weg über Stock, Stein und Ilse wieder zum Stellplatz zurück. Unterwegs können wir immer wieder den Brocken sehen.

Paternosterklippe

Oberer Ilsefall

Blick auf den Brocken

Unsere nächste Station ist nur 170 Kilometer weiter. Wir verlassen den Harz und begeben uns in das Havelland. Größtenteils über Land fahren wir an die Havel nach Havelsee. Das ist schön entspannend und wir sehen eine Menge von der Landschaft. 
Hier übernachten wir auf dem kleinen Stellplatz Haveloase. Ein Stellplatz mit Campingplatzniveau. 

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 10,00 € für ein Wohnmobil und zwei Erwachsene

Hunde: 1,00 €

Kurtaxe: keine

Strom: 1 kWh kostet 1,00 €

Versorgung: 100 Liter Wasser kosten 1,00 €

Entsorgung: 0,50 € (auch für Müll)

Toilette/Dusche: Toilette im Preis enthalten, Dusche: 5 Minuten 1,50 €

Bezahlung: EC-Karte

Campingverhalten: erlaubt

Brötchenservice: nein

Reservierung: möglich 

WLAN: 1,50 € für 3 Tage, ist aber zumindest an unserem Stellplatz nicht optimal zu empfangen. 

Ein bisschen erinnert mich der Ortsteil Pritzerbe der Stadt Havelsee an eine Geisterstadt. Auf den Straßen sieht man kaum Menschen, wir hoffen, dass das auch an der großen Hitze und Ferienzeit liegt. Bei genauerem Hinsehen fällt auf, dass die Menschen sich in ihren Gärten aufhalten, die von der Straße her nicht einzusehen sind. Weiter erwähnenswert ist die Tatsache, dass nahezu der gesamte Ort kopfsteingepflastert ist. Optisch sehr ansprechend, aber das war es dann auch. Wir haben die Möglichkeit, das Notwendigste an Lebensmitteln in einem winzigen Supermarkt einzukaufen, es gibt eine geöffnete Bäckerei und zwei Gaststätten. Eine davon hat an unseren Tagen allerdings Ruhetage und so können wir die am Tor angepriesenen „gepflegten Getränke“ nicht zu uns nehmen.
Den Abend verbringen wir kniffelnd vor dem Cookie und genießen dabei einen den ganzen Abend kläffenden Dackel aus einer der auf dem Platz befindlichen Anglerhütten. Natürlich kann so ein Hund mal bellen, aber wenn es den ganzen Abend so ist, habe ich schon Sorge, dass immer mehr Betreiber Hunde auf ihren Plätzen verbieten. Wir wurden auf jeden Fall für unseren ruhigen Hund gelobt!
Von Pritzerbe aus machen wir eine Radtour nach Brandenburg an der Havel. Mit der Fähre setzen wir über nach Kützkow und fahren damit zunächst einmal in die falsche Richtung. Der ausgewiesene Radweg führt uns durch Kiefer-Eichenwälder über sandige Wege nach Plaue. Der Weg ist nicht leicht zu fahren, nach etwa acht Kilometern hat diese Wegbeschaffenheit aber ein Ende und es geht auf Asphalt oder Panzerplatten weiter. Alles besser als Sand. In Plaue beeindruckt uns die Bauweise. Einige Kilometer weiter erreichen wir Brandenburg an der Havel. Die Stadt ist durch die Havel in eine Alt- und Neustadt unterteilt. Auf der Seite der Neustadt befindet sich auch die Dominsel. Wir durchqueren den Innenstadtbereich und sind etwas enttäuscht von dem Angebot. In der Altstadt kehren wir in den Altstadt-Pub ein, eigentlich nur eine Notlösung. Der Besuch entpuppt sich aber als sehr lohnenswert. Wir können in einem mit Sonnensegeln überdachten Innenhof sitzen und der Kellner bringt umgehend einen gefüllten Wassernapf für Pauli. Dabei waren wir gar nicht sicher, ob er ihn überhaupt gesehen hat. Wir können ebenfalls unseren Durst stillen! Das Motto des Pubs ist ein alter irischer Toast, der uns sehr gefällt: Mögest du alle Tage deines Lebens leben. 

Plaue

Dom St. Peter und St. Paul

Dom St. Peter und St. Paul

Plauer Torturm

Dom St. Peter und St. Paul

Altstädtisches Rathaus

Weiter fahren wir am nächsten Tag wieder über Land nach Wesenberg an den Woblitzsee. Die kleine mittelalterliche Stadt verfügt über ein Burg, die so gut wieder hergestellt wurde, dass sie bis auf den Turm alles andere als mittelalterlich aussieht. Dafür kann man zu ihren Füßen in einem Biergarten ein wenig die Beine und Seele baumeln lassen. Mit einem kleinen Rundgang durch die Stadt verschaffen wir uns einen ersten Überblick. Es ist schön hier!

Burg Wesennberg

Geschäfte gibt es einige wenige. Wichtig für uns sind die Apotheke, die Postbank und der Angel-Outdoor-Laden gewesen. Hier kaufen wir uns einen kleinen Gasgrill und retten damit unser Abendessen. Eigentlich sollte das schon vor dem Urlaub geschehen, aber unglückliche Umstände machten uns einen Strich durch die Rechnung. Unser Fazit von der ersten Nutzung: gut! Wir sind zufrieden!
In Wesenberg stehen wir auf dem Stellplatz Marina Wesenberg. Der Platz ist in mehreren Reihen angeordnet, die durch Fußwege miteinander verbunden sind. Insgesamt können hier 34 Wohnmobile stehen. Schatten gibt es keinen, dafür sind die Bäume noch zu klein.

Die Angebote und Kosten in der Übersicht:

Übernachtung: 17,00 € für ein Wohnmobil und zwei Erwachsene

Hunde: 2,00 €

Kurtaxe: keine bzw. in der Platzgebühr enthalten

Strom: inklusive

Versorgung: inklusive

Entsorgung: inklusive

Toilette/Dusche: inklusive

Bezahlung: EC-Karte

Campingverhalten: erlaubt

Brötchenservice: ja

Reservierung: keine Angabe

WLAN: nein

Der Platz verfügt über keine Angebote für Kinder. Dadurch wird er selbst zum Spielplatz…

Von Wesenberg aus starten wir zwei größere Touren. Unsere Wanderung führt uns am Woblitzsee entlang nach Groß-Quassow. Dort sehen wir seit langer Zeit mal wieder ein Storchennest. Nach einer kleinen Erfrischung im „Gasthaus Storchennest“ geht es weiter nach Klein-Quassow und von dort wieder nach Wesenberg. Insgesamt etwa 19 Kilometer. Unser Weg führt uns viel über schattige Wege und immer wieder weht ein frischer Wind. 
Unsere Fahrradtour am folgenden Tag wird 55 Kilometer lang und führt uns über Schloss Drosedow, Neu Canow, Seewalde, Wustrow, Canow, Diemitz, Schwarz und Mirow. Die erste Pause legen wir in Wustrow am Plätlinsee ein. Immerhin lassen wir die Beine in das erfrischende Wasser baumeln. Badesachen liegen im Cookie… In Canow am Labussee stärken wir uns “Beim Fischer“ mit einem Fischbrötchen und in Schwarz am Schwarzer See nehmen wir eine wohltuende kühle Erfrischung zu uns. In Mirow sehen wir uns die Schlossinsel an und pausieren so ein weiteres Mal. Insgesamt ist der Weg Mischung aus Asphalt, Kopfsteinpflaster, Wald- und Sandwegen. Gefühlt sind die sandigen Wege sehr lang. Wahrscheinlich wirkt das aber nur so, weil wir auf ihnen viel länger brauchen. Wichtig: die Tour geht zum größten Teil durch den Wald. Auf einem sehr engen Feld- und Waldweg, den wir mit den Rädern kaum befahren können, hören wir auf einmal hinter uns Motorengeräusche. Uns folgt tatsächlich ein Pkw mit einer älteren Dame am Steuer. Wie wir auf dem Weg nach Schwarz… 

Blick auf Wustrow

Brücke auf die Liebesinsel

Nach drei Nächten geht es von Wesenberg aus weiter nach Neustrelitz an den Zierker See, der ehemaligen Residenzstadt der Herzöge von Mecklenburg-Strelitz. Gegründet wurde sie 1733. Ein bisschen Sorge haben wir, dass wir keinen Platz bekommen und fahren daher schon vor dem Frühstück aber mit Wesenberger Brötchen bepackt los. 

Nach einer Fahrt von etwa einer halben Stunde kommen wir in Neustrelitz an und können uns einen für uns idealen Platz unter den noch zwei oder drei freien Plätzen aussuchen. Als wir aus dem Auto steigen können wir den Geruch einer Kaffeerösterei wahrnehmen. Es stellt sich heraus, dass direkt am Platz in dem Gebäude eines ehemaligen Kornspeichers eine Rösterei untergebracht ist. Nur gut, dass unser Kaffeevorrat sich dem Ende entgegen neigt.

Der Stellplatz am Stadthafen ist ein typischer Stellplatz – kein Campingplatzcharakter. Die Parzellen sind recht großzügig angelegt und teilweise mit Hecken umrandet. 

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 8,00 € für ein Wohnmobil und zwei Erwachsene

Hunde: kostenfrei

Kurtaxe: keine 

Strom: gegen Gebühr

Versorgung: gegen Gebühr (Wertmarken)

Entsorgung: gegen Gebühr (Wertmarken), Müllentsorgung im Preis enthalten 

Toilette/Dusche: gegen Gebühr (Wertmarken)

Bezahlung: Münzen am Parkautomat

Campingverhalten: erlaubt

Brötchenservice: nein 

Reservierung: nein

WLAN: nein

Nach unserem Frühstück geht es los in die Stadt. Es ist Sonntag und natürlich haben alle Geschäfte geschlossen. Ein großer Teil des Schlossgartens ist für Freilichtspiele präpariert, ein anderer Teil befindet sich in Renovierung. Die Häuser der Stadt lassen die Schönheit von Neustrelitz erahnen. Leider sind einige nahe am Verfall. 

schlosskirche

Marktplatz

Zwei Nächte bleiben wir in Neustrelitz, dann geht es weiter ans Stettiner Haff. Nein, wir haben von der Seenplatte noch nicht alles gesehen. Kann man auch nicht. Es muss ja Gründe zum Wiederkommen geben! Am frühen Nachmittag kommen wir in Altwarp an. Ein kleiner Ort. Der nordöstlichste Ort Deutschlands. Unsere Handys merken zuerst, dass wir uns in Grenznähe befinden. Wir telefonieren und surfen im polnischen Netz.  Zu unserer großen Freude steht ein weiterer Cookie auf dem Stellplatz. Wir knüpfen sofort Kontakt. Sehr herzlich!
Der Stellplatz in Altwarp befindet sich direkt an dem kleinen Hafen und besteht aus mehreren Teilen. Insgesamt haben hier 48 Wohnmobile Platz. Auf dem Hafengelände befindet sich eine Bude mit fangfrischem Fisch, zudem kann man mit dem Schiff nach Neuwarp fahren und eine Hafenrundfahrt machen. Wir stehen auf dem hintersten Teil des Platzes im Schatten und haben Blick auf die Positionslichter von Neuwarp. Ein Teil des Hafengeländes hinterlässt noch die Spuren der Butterfahrtzeit. 

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 10,00 € für ein Wohnmobil und zwei Erwachsene

Hunde: 2,00 €

Kurtaxe: keine 

Strom: gegen Gebühr

Versorgung: 100 Liter Wasser kosten 1,00 €

Entsorgung: kostenfrei 

Toilette/Dusche: Toilette frei, Dusche 1,00 € für 6 Minuten 

Bezahlung: EC-Karte

Campingverhalten: erlaubt

Brötchenservice: nein, es gibt aber einen kleinen Laden im Dorf, wo man Brötchen kaufen kann

Reservierung: nein

WLAN: nein

Nach dem Abendessen, das heute mal wieder aus dem Omniabackofen kommt, gehen wir noch ein bisschen durch das Fischerdorf. An der Badestelle ist noch ein bisschen was los, der winzige Hundestrand ist jedoch leer. Pauli will auch wieder einfach nur trinken. Wir ziehen weiter und landen in „Gregors Fischgaststätte“ und nehmen ein schönes Glas Köstritzer zu uns. 
Insgesamt werden wir auf unserer Tour extrem oft auf unser Solarmodul  angesprochen. Es ist auch so, dass wir in den eineinhalb Wochen, die wir nun unterwegs sind, noch nicht am Strom waren. Wir haben bisher immer, bis auf heute Morgen, ein Plätzchen gefunden, um Sonne zu tanken. 
Der folgende Tag wird heiß, dennoch entscheiden wir uns für eine Radtour in das etwa 15 Kilometer entfernte Ueckermünde. Ein Teil der Strecke ist mit Schatten ausgestattet. Es geht durch lichte Kiefern-, Eichen- und Erlenwälder, in denen sich auch Wacholderheiden verstecken müssen, und an Weiden und Feldern entlang nach Uckermünde. Das Seebad zeigt seine vielen restaurierten Häuser und zeigt definitiv mehr Leben als Altwarp, obwohl dort verglichen mit anderen Orten, die wir auf unserer Reise schon gesehen haben, nicht wenig los ist. Nach einem Fischbrötchen und einem Supermarktbesuch machen wir uns wieder auf den Heimweg. Es ist einfach zu warm für eine ausgedehnte Stadtbesichtigung. 
Nach unserer Ankunft am Cookie und einer kleinen Verschnaufpause gehen wir noch ein bisschen ans Wasser. Das Wasser ist eher eine braune Brühe und echt warm. Man könnte bequem etwas Schaumbad zugeben und hätte Badewannenfeeling – abgesehen von der Farbe. Pauli geht mit mir ins Wasser! Springt ganz mutig über die Wellen und folgt mir treu. Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem er nicht mehr stehen kann. Er wird ein bisschen panisch und ich bekomme einen Kratzer am Bein… Schwimmen ist nicht so Seins.
Es geht weiter nach Greifswald, die größte und angenehmste Überraschung unseres Urlaubs. Bisher hatten wir diese Stadt – vielleicht auch wegen der Entfernung – gar nicht auf dem Schirm und werden so dermaßen positiv überrascht, dass es kaum zu beschreiben ist. Greifswald ist Hanse- und Universitätsstadt. Zumindest das Zweite merkt man der Stadt an. Es ist sehr viele jungen Menschen unterwegs und die Stadt wirkt irgendwie locker und offen.
Der Stellplatz ist einfach gehalten und befindet sich direkt hinter dem Museumshafen am Ryck. Auf den Hafen hat man vom Stellplatz aus keine Sicht. Hier haben 20 Wohnmobile PlatzDer Betreiber ist sehr freundlich und hilfsbereit.

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 15,00 € für ein Wohnmobil und zwei Erwachsene

Hunde: kostenfrei aus Überzeugung 

Kurtaxe: keine 

Strom: inklusive

Versorgung: 100 Liter Wasser kosten 1,00 €

Entsorgung: kostenfrei 

Toilette/Dusche: inklusive 

Bezahlung: bar

Campingverhalten: erlaubt

Brötchenservice: nein, eine Bäckerei ist aber nicht weit entfernt und ein Brötchenfahrrad steht auf dem Platz

Reservierung: keine Angabe 

WLAN: nein

Vom Stellplatz aus hat man einen Blick auf diesen Alten Speicher, der immer mal wieder abgerissen und durch eine große moderne Wohn- bzw. Hotelanlage ersetzt werden soll.

Es ist sehr warm heute, dennoch machen wir uns auf den Weg in die nahegelegene Altstadt. Zum Glück für Mensch und Tier gibt es hier viel Schatten. Lediglich der relativ kurze Gang am Ryck entlang ist sonnig. So schlendern wir durch die Innenstadt, sehen uns den Dom von außen und innen an und sind von dem Flair der Stadt begeistert. 

Pfarrkirche St. Marien

Dom St. Nikolai

Markplatz

Vor unserem Cookie ist inzwischen Schatten und wir machen hier eine kleine Pause. Der Platz hat sich in der Zwischenzeit gefüllt und der Herr, der uns bei unserer Ankunft unseren Platz empfohlen hat, behält Recht: es stellt sich niemand mehr neben uns und wir können uns über hervorragenden Schatten freuen. 

Das Abendessen nehmen wir heute in dem Restaurantschiff „Pomeria“ ein. Es gibt die Greifswalder Version des Pannfischs. Sehr lecker! Wir sitzen auf dem überdachten Deck und nehmen die Wellen alle einzeln wahr. Hin und wieder muss ich einen festen Punkt am Ufer fixieren. Ein sehr gutes Abendessen in angenehmem Ambiente. Es gefällt uns sehr gut!

Die zweite Etappe unseres Rückwegs – wenn man es so nennen möchte – ist Schwerin. Von einigen Seiten wurde uns Schwerin empfohlen. Und: wir sind neugierig auf die Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern. Das erste Mal seit unserer Fahrt in den Harz fahren wir wieder Autobahn. Im Südwesten der Stadt haben wir bereits gestern einen Stellplatz im Ortsteil Görries am Ostorfer See reserviert. Vielleicht wäre es nicht notwendig gewesen, aber an diesem Wochenende startet die erste Rückreisewelle aus den Sommerferien. Sicher ist sicher.
Der kleine Stellplatz auf der Freizeitanlage Kaspelwerder bietet Raum für insgesamt 20 Wohnmobile. Wir bekommen einen wunderschönen und sehr ruhigen Schattenplatz – quasi der letzte Platz auf dem Platz. Zum Platz gehört ein Seebad, das tagsüber öffentlich ist. Allerdings kommen diese Besucher nicht auf den Campingteil. Bezahlt wird erst bei Abfahrt. Dann gibt man auch an, wie oft man die Dusche genutzt hat – Vertrauensbasis. Die sanitären Anlagen sind einfach gehalten, aber als Wohnmobilfahrer hat man ja auch alles dabei. Die Betreiber sind sehr nett und hilfsbereit.

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 15,00 € für ein Wohnmobil und zwei Erwachsene

Hunde: kostenfrei

Kurtaxe: keine

Strom: inklusive

Versorgung: inklusive

Entsorgung: kostenfrei 

Toilette/Dusche: Toilette inklusive, Dusche 1,00 €

Bezahlung: bar

Campingverhalten: erlaubt

Brötchenservice: nein 

Reservierung: möglich

WLAN: nein

Gegen Abend machen wir uns auf den Weg nach Schwerin und nutzen die kühleren Stunden, um uns die Stadt anzusehen. Bis zum Schloss laufen wir etwa eine Dreiviertelstunde. Unsere Meinungen sind zweigeteilt. Während Rainer begeistert ist, vergleiche ich mit Greifswald und finde diese Stadt schöner. Schwerin ist deswegen aber nicht hässlich. Den Blutmond können wir an diesem Abend leider nicht sehen, dafür fliegen aber Fledermäuse über unsere Köpfe hinweg, als wir wieder vor unserem Cookie sitzen. 

Schloss Schwerin

Dom Schwerin

Den Tag folgenden nutzen wir wieder zu einer Radtour. Es geht Richtung Norden zu Schloss Wiligrad, etwa 18 Kilometer entfernt. Ein großer Teil der Strecke geht an den Seen entlang und ist bewaldet. Das tut gut. Heute darf Rainer mal den Hundehänger ziehen und ich kann das unbeschwerte Radeln genießen. Die Schlossanlage ist nur mäßig besucht und hat einen eigenen Seezugang. Den See kann man über eine Treppe erreichen. In dem Café, das sich um die Schlossgärtnerei mit ihren Gewächshäusern befindet, löschen wir unseren Durst und machen uns so fit für den Rückweg. Ich glaube, wir geben unverhältnismäßig viel Geld für Getränke aus… Aber was soll man bei den Temperaturen anderes machen…
Gegen Abend erleben wir das erste Gewitter und den ersten Regen unseres Urlaubs. Für uns wirklich schön, dass wir einen richtigen Sommer erleben. Erinnerungen an das letzte Jahr werden wach. Andererseits macht es betroffen, wenn man sieht, dass es der Natur so schlecht geht. Von den Waldbränden will ich gar nicht reden…
Es geht weiter in den Südwesten. Unser nächster Stopp ist in der Nähe von Bremen: Nienburg an der Weser. Wir wissen nicht genau, was uns erwartet. Der Ort ist im Atlas einfach nur gelb hinterlegt. Das bedeutet, in irgendeiner Weise sehenswert zu sein. Einen Stellplatz gibt es hier auch. Was sollte noch fehlen. Nach Stauansagen fahren wir recht schnell von der Autobahn ab und genießen die schattigen Bundesstraßen. Eine Umleitung macht es dann aber möglich, dass wir doch wieder auf die Bahn müssen und haben somit nicht viel gewonnen haben. Der Stellplatz ist recht voll, für uns ist aber noch Platz. Wir stellen uns erst einmal in die zweite Reihe. Später sehen wir, dass direkt am Ufer noch Platz ist und parken um. Jetzt direkt neben ein riesiges lkwführerscheintaugliches Mobil aus der Schweiz. Die Besitzerin guckt uns ein bisschen sparsam an, als sie uns neben dem Cookie sitzen sieht. Ganz verstehen können wir dies zunächst nicht. Wir haben genügend Abstand zu ihrem Mobil und zudem haben sie nichts an Campingmöbeln draußen stehen. Irgendwann öffnet sich die Tür und wir verstehen den Blick: in dem Mobil wohnen neben zwei Menschen noch zwei Katzen – zugegeben sehr schöne Katzen. Diese sollen jetzt an Geschirr und Leine ausgeführt werden und veranlassen Pauli dazu, sich von seiner besten Seite zu zeigen.
Der Stellplatz liegt direkt am Fluss, was ihn auf den ersten Blick attraktiv macht. Über eine Fußgängerbrücke kann man in die Altstadt gelangen.  Brötchen kann man an Werktagen in dem gegenüberliegenden Einkaufszentrum kaufen. Obwohl sich direkt gegenüber dem Platz ein Baumarkt befindet, ist es dadurch morgens nicht zu laut. Richtig schön ist der Platz aber nicht. 

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 5,00 € für ein Wohnmobil und zwei Erwachsene

Hunde: kostenfrei

Kurtaxe: keine

Strom: gegen Gebühr 

Versorgung: 100 Liter Wasser kosten 1,00 €

Entsorgung: kostenfrei 

Toilette/Dusche: nein

Bezahlung: Münzautomat

Campingverhalten: erlaubt

Brötchenservice: nein 

Reservierung: nein 

WLAN: nein

Im Gegensatz zum Stellplatz, ist die kleine Stadt mit ihren rund 30000 Einwohnern schon recht ansprechend. Über die Fußgängerbrücke ist man sehr schnell dort und die Autobrücke bietet sich als Alternative an, wenn man wegen Katzen einmal ausweichen muss. Es gibt eine große Fußgängerzone mit Geschäften, Restaurants und sogar mehrere Eiscafés – die haben wir in den vergangenen Wochen tatsächlich vermisst. An der Weser selbst ist leider nur ein Restaurant – zumindest auf Stadtgebiet.
Unser letzter Stopp vor zu Hause soll zwischen Osnabrück und Münster liegen. Wir entscheiden uns für die Marina Recke am Mittellandkanal. Auf dem Platz für die Wohnmobile ist nicht viel los. Außer uns steht noch ein weiteres Mobil da, im Laufe der beiden Tage werden es auch nicht viel mehr. Dadurch ist es angenehm ruhig. 
Auf dem Stellplatz haben laut Angaben 40 Wohnmobile Platz. Sehr viel Schatten gibt es nicht. Es stehen einige Bäume auf dem Platz, mit denen wir unsere Stühle auch immer mitwandern lassen, aber die die sind noch recht klein. 

Die Angebote und Kosten in der Übersicht: 

Übernachtung: 8,00 € für ein Wohnmobil und zwei Erwachsene

Hunde: kostenfrei

Kurtaxe: keine

Strom: 2,00 €

Versorgung: inklusive 

Entsorgung: inklusive

Toilette/Dusche: Toilette frei, Dusche 1,50 € für 5 Minuten 

Bezahlung: bar

Campingverhalten: erlaubt

Brötchenservice: nein 

Reservierung: keine Angabe

WLAN: nein

Recke selbst bietet nicht viel. Wir nutzen die Zeit hier, um noch eine letzte Radtour in unserem Urlaub zu machen. Wir radeln gemütlich von Steinbeck über Halverde und Hopsten wieder nach Steinbeck zurück. Unterwegs passieren wir hauptsächlich Bauernhöfe, die meisten noch bewohnt und bewirtschaftet, einige aber auch kurz vor dem Verfall. Außerdem kommen wir an unzähligen Feldern mit vertrocknetem Mais vorbei. Durch Zufall lernen wir das Heilige Meer kennen. Es ist der größte natürliche Binnensee in Nordrhein-Westfalen und durch einen Erdfall entstanden. 
Unser Urlaub ist leider viel zu schell vorbei… Von Recke aus fahren wir nach 20 Tagen, etwa 1800 Kilometern  und Stopps in Ilsenburg, Pritzerbe, Wesenberg, Neustrelitz, Altware, Greifswald, Schwerin, Nienburg und Recke wieder nach Hause. Wir sind wieder sehr dankbar für die wunderschöne Zeit und vor allem die Bewahrung. In diesem Sommer können wir nur auf zwei kleinere Pannen zurückblicken, die die Fahrtüchtigkeit in keinster Weise beeinträchtigt haben:

  1. Der Zigarettenanzünder hat seinen Dienst quittiert. Wenn unsere Navi nicht darüber laufen würde, hätten wir es wahrscheinlich gar nicht gemerkt. Seit Neustrelitz haben wir uns dann nur noch mit Straßenschildern und unserem Straßenatlas beholfen. Gut, dass das auch (noch) geht!
  2. Unsere Dusche ist undicht. Das Leck haben wir aber gefunden und es ist vergleichsweise leicht zu beheben.

Also wirklich nur Kleinigkeiten…

Eure Kiki, Rainer und Pauli

©KS2018

5 Kommentare

  1. Eure Urlaubserlebnisse machen Lust auf eigenen Urlaub. Schöner Bericht, danke!

    Antworten
    • Danke!

      Antworten
  2. Ein Reisebericht, der nicht nur den Leser auf die Reise nach Mecklenburg-Vorpommern mitnimmt und die Reise miterleben lässt, sondern auch Interesse weckt an diesem uns bisher unbekannten Teil unseres Landes. Viele Dank.
    Papa und Mama

    Antworten
  3. Vielen Dank auch für den Brief von Pauli

    Antworten
  4. Sehr schön!
    Da bekommt man doch Lust auch mal hinzufahren

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