Lange Distanzen

von | Aug 15, 2018 | Mein Hundeleben | 0 Kommentare

Es sind immer noch Ferien und wir genießen unser Leben mit Aufstehen ohne Wecker. Bis heute! Heute, und dann ist es auch noch Samstag, klingelt der Wecker mal wieder. Sehr merkwürdig. Schnell wird mir klar, dass es zum Mantrailing geht. Zum Glück haben sie die Temperaturen für das Training angepasst. Es ist lange nicht mehr so heiß und die Menschen tragen zu Beginn sogar noch Jacken und einige während des ganzen Tages lange Hosen! Als die Sonne ein bisschen rauskommt, deckt meine Kiki unser Auto mit dieser Folie ab. Dadurch bleibt es schön kühl. 

Wir treffen uns mit fünf anderen Teams – einige kommen sogar aus dem einen Westerwald – in Bornheim, wo zu Trainingszwecken eine Blondine mittleren Alters an einer Pizzeria am Vorabend zum letzten Mal gesehen wurde. Sie wird als verwirrt und mit katastrophalem Orientierungssinn beschrieben. Es ist seitdem sehr windig. Und es ist bekannt, dass 2400 Meter gelaufen ist.

Jetzt müssen sich die Menschen überlegen, wie wir die Blondine wieder finden. Wen sie zu ihrem Boss wählen, der alles überblickt. Wann welcher Hund eingesetzt wird und wann er wieder aufhört zu suchen, damit er nicht überlastet wird. Sollte ein Hund die Person in einem Rutsch finden, also die 2400 Meter laufen, wird das Team einer größeren Organisation gemeldet. Ein bisschen ist das auch ein Drohung, weil die ganz anders arbeiten als wir. Also sind die Hundeführer sehr darauf bedacht, dass wir nicht zu lange eingesetzt werden. Ein Mensch ohne Hund wird der Boss. Er schreibt alles ganz genau auf und kann hinterher erzählen, wann und wo welcher Hund eingesetzt und auch wieder heraus genommen wird. Er sagt auch, dass er an diesem Tag wohl zwölf Kilometer gelaufen. Wahnsinn, was Menschen aus einem 2400-Meter-Trail  machen können.

Um es ganz kurz zu machen: kein Team wird gemeldet! Erleichterung macht sich breit. Das Ende des Trails hat niemand von uns gesehen. Der Wind hat den Geruch von der mittelalten Blondine gut verteilt. Teilweise sind wir auf richtigen Spuren, aber eben nur halb. Ich werde zweimal eingesetzt. Neu ist, dass ich am Ende keine Belohnung bekomme und das das Ende gar nicht das Ende ist. Es steht kein Mensch da und freut sich, dass ich angekommen bin. Irgendwie ja auch klar, das mit der Belohnung, denn ich habe ja auch niemanden gefunden. Man muss sich aber dran gewöhnen. Am Ende des Trainings laufe ich noch einen Motivationstrail – damit ich nicht zu traurig bin – finde die versteckte Person und bekomme auch meine Frikadellen und darf meine Dose stolz ins Auto tragen. Am Ende ist immer alles gut, finde ich.

Seid ihr auch schon mal über lange Distanzen getrailt? Erzählt mal davon!

Euer Pauli

©Pauli2018

0 Kommentare

Einen Kommentar abschicken

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Ohneumweg verwendet Cookies. Durch die Nutzung dieser Webseite erklären Sie sich damit einverstanden, dass Cookies gesetzt werden. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen